08.09.2018 - 1:1 gegen Wattenscheid

Aus der Balance geraten

Der SC Wiedenbrück trennt sich in einem kurzweiligen Fußballspiel mit 1:1 (1:0) von der SG Wattenscheid 09. Über eine Stunde lang zeigte der SCW eine fokussierte, willige und absolut runde Leistung und führte über eine Stunde verdient durch ein Tor von Tristan Duschke mit 1:0. Da es unsere Jungs in dieser Zeit aber gleich mehrfach versäumten, das Resultat auszubauen, zog der (zu diesem Zeitpunkt) überraschende Ausgleichstreffer durch Emre Yesilova plötzlich den Stecker, so dass am Ende nur ein Punkt für Schwarzblau auf dem Deckel stand.

 

Schaal, Mandt und Muhovic raus, Weisenborn, Brinkmann und Loheider rein. So lauteten die Personalentscheidungen, die Björn Mehnert nach der Niederlage bei Viktoria Köln getroffen hatte. Zudem kehrte unser Coach zum klassischen 4:2:3:1 zurück und bekam von seiner Mannschaft als Gegenleistung eine griffige und temporeiche Offensivleistung zurück, der die Wattenscheider über lange Zeit nicht viel entgegenzusetzen hatten.

 


Kaum zu halten – Schien bis zum Abschlusstraining ein Startelfeinsatz von David Loheider so gut wie ausgeschlossen, so schoss sich „Lo“ mit einer brachialen Trainingsleistung doch noch unter die ersten Elf Kicker und untertstrich bis zu seiner Auswechslung seine Wichtigkeit für das Spiel des SCW.

 

So hatte nach einer knappen Viertelstunde der agile Daniel Brinkmann schon die Führung auf dem Fuß, als er nach einem frühen Ballgewinn frei vor Edin Sancaktar auftauchte, den neben ihm besser postierten David Loheider aber übersah und mit seinem Schuss schließlich am Wattenscheider Fänger hängenblieb.

 

Fünf Minuten später zwang Steve Tunga Malanda seinen Fänger dann ebenfalls zum Eingreifen, als er eine Flanke von Björn Weisenborn beinahe im  rechten Eck des eigenen Tores versenkt hätte.

 


Sehr gute Performance – Daniel Brinkmann bereitete nicht nur den Führungstreffer vor, er leitete aus der Zentrale auch zahlreiche Torchancen für seine Mannschaft ein.

 

Mit dem nächsten Angriff klingelte es dann aber doch im Tor des ehemaligen Bundesligisten, denn da rammte der aufgerückte Tristan Duschke mit aller Entschlossenheit eine Brinkmann – Ecke zwischen das Gestänge und belohnte damit den starken Auftritt seiner Mannschaft.

 


Hat’s geklingelt? Hat es! Tristan Duschke holt sich im Rahmen der Feierlichkeiten zum 1:0 die Glückwünsche von Patrick Schikowski und Björn Weisenborn ab.

 

Weitere drei Zeigerrunden später hätte der, lange um eine klare Linie ringende, Schiedsrichter Dominik Jolk auch gern auf Elfmeter für den SCW entscheiden können, denn da wehrte ein Wattenscheider Abwehrspieler einen Schuss von Patrick Schikowski mit dem Arm über Kopfhöhe im Strafraum ab.

 

Kurz vor der Pause schoss der Puls der Wiedenbrücker Fußballfans dann erstmals unter das Tribünendach, als Emre Yesilova nach einem Angriff über die rechte Seite die Kugel nur um Millimeter über das Tor von Marcel Hölscher setzte (43.).

 

Nach Wiederanpfiff kam der SCW mit dem gleichen Druck und Schärfe aus der Kabine und hatte gleich zwei Mal durch Patrick Schikowski, der sein bislang bestes Spiel für den SCW auf den Rasen schweißte, die adipöse Chance auf das 2:0. Leider setzte er seinen Schuss nach jeweils guter Vorarbeit über die rechte Seite beide Male deutlich zu hoch an und traf jeweils nur das Fang- anstatt das Tornetz (57. + 60).

 


Auch ein dickes Ding – Edin Sancaktar hatte einen Rückpass schon beinahe an Patrick Schikowski und Zlatko Muhovic, da gelang es ihm doch noch die Kugel mit einer aufgesetzten Katschow-Grätsche zurückzuerorbern.

 

Tja. Und dann handelte sich unsere Mannschaft mit dem ersten weichen Moment des Spiels auch gleich den Ausgleich ein. Und dies in einer Kopie der Gegentreffer zum 0:1 in Köln und zum späten Ausgleich bei Alemannia Aachen. So segelte auch dieses Mal (allerdings leicht abgefälscht) eine weite Flanke diagonal durch den Wiedenbrücker Strafraum, an dessen Ende Emre Yesilova seinen Scheitel in die Kugel hielt und zum Ausgleich einköpfte (64.).

 

Das 1:1 brachte Mehnert’s Männer nachhaltig aus der Balance, Wattenscheid befreite sich zunehmend aus dem Wiedenbrücker Pressing und hätte bei Chancen von Nico Buckmaier und nochmal Emre Yesilova sogar den Siegtreffer erzielen können.

 


Minuten gesammelt – Eigengewächs Marco Pollmann kam nach einer knappen Stunde für David Hüsing und bekam von Björn Mehnert den Auftrag das Tempo auf der rechten Seite hoch zu halten.

 

So weit kam es dann aber nicht und die Partie endete schiedlich, friedlich mit 1:1 und hinterließ damit nicht nur bei unsere Coach gemischte Gefühle: „Natürlich bin ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Wir sind richtig gut reingekommen, haben viele Zweikämpfe und erste Bälle gewonnen. Wir hatten gute Umschaltaktionen und gehen dann auch verdient mit 1:0 in Führung und verpassen es den zweiten Treffer nachzulegen. Nach dem Ausgleich war es dann ein Spiel mit offenem Visier mit Chancen auf beiden Seiten. Es ist natürlich bitter, dass wir jetzt zum zweiten oder dritten Mal den gleichen Treffer kassiert haben. Aber wir werden weiter arbeiten und versuchen diese Dinge abzustellen“.

 


„Du Papi, wie genau war das beim Gegentor“ – Marcel Hölscher musste sich nach Spielende den kritischen Fragen von Söhnchen Romeo stellen.

 

Vor dem kommenden Auswärtsspiel bei RW Oberhausen (Samstag, 15.09.18, 14 Uhr, Stadion Niederrhein) steht unserem Trainer dafür allerdings nur eine verkürzte Trainingswoche zur Verfügung, denn am Mittwoch steht das Zweitrundenmatch im Westfalenpokal gegen den VfL Theesen an. Anstoß ist dann bereits um 17:30 Uhr im Theesener Biekra – Sportpark!