27.10.2018 - Hoher Sieg in Herkenrath

BÄMS – 6:1

Für den überwiegenden Teil aller, an einem organisierten Spielbetrieb teilnehmenden, Fußballmannschaften ist ein Sieg beim Tabellenletzten sicherlich schön und ein Grund zur Freude, aber eben auch nicht der Anlass für die ganz große Euphorie. Für den SC Wiedenbrück hingegen dürfte der 6:1 (3:1) Sieg beim TV Herkenrath einen exorbitanten Stellenwert besitzen, denn der Nachmittag in der im Bergisch Gladbacher Ausweichstadion könnte so etwas wie eine sportliche und emotionale Kehrtwende in der Saison darstellen.

 

So feiern Björn Mehnert und seine Jungs mit dem 6:1 nicht nur den höchsten Sieg der jüngeren Vereinsgeschichte, beenden eine Serie von fünf Spielen ohne dreifachen Punktgewinn, setzten sich mit drei Zählern vom ersten Abstiegsplatz ab, sondern gewinnen zudem erstmalig seit einer gefühlten Ewigkeit bei einem Aufsteiger und schütteln damit allen negativen Ballast der vergangenen Wochen ab.

 

Um was es vor den 106 handverlesenen Zuschauern in der Belkaw – Arena ging, war unserer Mannschaft vom ersten Atemzug anzumerken: Ausgestattet mit einem erstklassigen Plan attackierte der SCW frühestmöglich das Herkenrather Aufbauspiel und Zwang den Aufsteiger so immer wieder zu langen Bällen ins Mittelfeld. Dort warfen sich die bärenstarken Oliver Zech und Daniel Brinkmann ebenso brachial in die Zweikämpfe, wie in vorderster Front Marco Pollmann, David Loheider, Patrick Schikowski und Daniel Latkowski viele PS in unzählige Vollsprintlaufwege investierten, um so Fehler bei den Gastgebern zu provozieren.

 


Perfekter Einstand – Gleich bei seinem ersten Tempodribbling ist Marco Pollmann trotz 5:1 Unterzahlsituation nur durch ein Foul zu bremsen und ebnet so den Weg zur frühen Führung durch Daniel Brinkmann.

 

Dass funktionierte von Beginn an so gut, dass sich Joran Sobiech nach neuen Minuten nur mit einer deutlich zu spät angesetzten Grätsche gegen den, in die Mitte ziehenden, Marco Pollmann zu helfen wusste und unser Eigengewächs bei seinem Startelfdebüt gut 20 Meter vor dem Tor auf die Bretter schickte.

 

Den folgerichtigen Freistoß schnappte sich Daniel Brinkmann und streichelte das Kunstleder nur wenige Sekunden später derart zärtlich über die Mauer, dass die Kugel an Mann, Maus und Torwart zur 1:0 Führung ins Netz rauschte.

 


Zwei Butzen gemacht, eine vorgelegt – Daniel Brinkmann lief in Herkenrath eine Reihe tiefer auf als gewohnt und zeigte die vielleicht beste Leistung im Wiedenbrücker Trikot.

 

Das lange vermisste Quantum Spielglück benötigte der SC Wiedenbrück dann in den nächsten Minuten, als zunächst Lars Lokotsch aus acht Meter völlig freistehend über das Tor köpfte und nur wenige Minuten später Tristan Duschke im eigenen Fünfmeterraum mit einer spektakulären Rettungstat gegen Ricardo Retterrath den Ausgleich verhinderte.

 

Anschließend war es dann an Robin Twyrdy nach einem der gefährlichen ruhenden Bälle von Daniel Brinkmann auf 2:0 zu stellen und damit – vermeintlich – für weitere Sicherheit zu sorgen (19.)

 

Da zum Ende einer temporeichen ersten Hälfte Tim Geller den Herkenrather Hamza Salman ausgerechnet im Strafraum aufs Kreuz legte und Vincent Geimer vom Punkt auf 1:2 (43.) verkürzte, wehte dann kurzzeitig doch noch mal so ein Hauch von Spannung durch die kühle Oktoberluft.

 


Alles kann nichts muss – Im Gegensatz zur Belegschaft im Pascha, ließ unsere Hintermannschaft nur einen rein.

 

Dass der SCW dann doch nicht mit dem knappsten aller Vorsprünge in die Kabine gehen musste, ging dann auf die Kappe von David Loheider: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte luchste er den Gastgebern gut 20 Meter vor dem Tor hinterlistig die Kugel ab und setzte dann mit herausragender Übersicht Patrick Schikowski in Szene, der keine Mühe hatte am langen Pfosten lässig zum 3:1 einzuschieben und so den Pausentee doch noch etwas bekömmlicher werden ließ.

 


„Super Schiko“ – Unser Neuzugang unterstich heute Nachmittag seine Wichtigkeit nachdrücklich. Neben vielen intensiven Laufwegen stand der Ex-Oberhausener zwei Mal einfach mal da wo man stehen sollte, wenn man Tore schießen möchte und hielt seine Jungs so auf Kurs.

 

Wie wichtig dieser dritte Treffer war, zeigte sich in den ersten 20 Minuten des zweiten Spielabschnitts heraus, als unsere Mannschaft etwas den Zugriff verlor und die Gastgeber durchaus für das ein oder andere Törchen in Frage gekommen wären.

 

In der Schlussphase drückte unsere Mannschaft dann das Gaspedal aber nochmal bis auf das Bodenblech durch und erzielte durch Patrick Schikowski (67.), Zlatko Muhovic (77.) und Daniel Brinkmann (90.) drei sehenswert herausgespielte Treffer und dübelte damit die Saisonpunkte 13, 14 und 15 auf der gebeizten Eichentabelle im Regionalligaheadquater in Kaiserau fest.

 


In den Startlöchern – Mit André Warkentin stand gleich ein zweites Talent aus den eigenen Reihen im Kader und durfte so erstmalig etwas Regionalligaluft schnuppern.

 

„Natürlich sind wir alle jetzt erstmal erleichtert. Zumal die Situation nach den vergangenen Spielen nicht einfach war. Man hat heute gesehen, wozu wir in der Offensive in der Lage sind, wenn wir das entsprechende Personal zur Verfügung haben. Letztlich sind viele von den zuletzt angeschlagenen Spieler aber noch nicht bei 100%, daher werden wir die Trainingswoche nutzen, um Körner aufzubauen und dann die kommenden, schweren Aufgaben anzugehen“, freute sich unser Coach zwar über den Sieg, legte den Fokus aber eben auch schnell auf die nächsten Wochen, die mit Spielen gegen RW Essen, in Lippstadt, Kaan – Marienborn (Pokal) und in Verl kantigen Aufgaben bereithalten.

 


Schmaler Grad – Bis zur Winterpause warten auf Björn Mehnert und seine Jungs noch intensive Begegnungen, in die unsere Elf nach dem gestrigen Sieg mit gestärktem Selbstvertrauen angehen kann.

 

Am kommenden Samstag steht nun das Heimspiel gegen RW Essen an. Anstoß ist um 14 Uhr im Jahnstadion!

 

Alle Daten zum Spiel