23.03.2019 - 1:1 gegen den Bonner SC

Ein Punkt für den unbändigen Willen

Man mag über den Regionalligafußball in Wiedenbrück ja denken wie man möchte. Nur eins ist unumstößlich in die dicke Linde im Stadtholz geritzt: Wenn der SC Wiedenbrück im Jahnstadion aufläuft ist immer was los!

 

So auch heute, da trennt sich unsere Elf vom Bonner SC nach einer hochintensiven und in Teilen auch explosiven Partie mit 1:1 (0:0). Dabei wirft sie speziell in der zweiten Halbzeit alle Tugenden in die Waagschale, die im Abstiegskampf benötigt werden, denn nach dem 0:1 von Cedrik Mvondo (63.) bäumte sich der SCW auf und erzwang mit unbändigem Willen und heißer Leidenschaft das 1:1 durch Tristan Duschke (79.) und hatte anschließend sogar noch Pech, als Daniel Schaal in der Nachspielzeit nur die Latte traf.

 


Die Buchse schon mal stramm gezogen – Mit Aday Ercan und Lukas Demming standen am Samstag gleich zwei Kicker aus der Wiedenbrücker Talentschmiede im Regionalligakader.

 

Verletzungsbedingt war Björn Mehnert gezwungen seine Startelf im Vergleich zur Vorwoche gleich auf mehreren Positionen umzustellen: In der Spitze starteten David Loheider und Kamil Bednarski, als Kopf der Mittelfeldraute lief Daniel Brinkmann auf, Daniel Latkowski und Oliver Zech übernahmen die Halbpositionen und Yannick Geisler agierte als Quaterback zentral vor der Abwehr.

 


Maximale Intensität – Beide Mannschaften zeigten von Beginn an, was an diesem Nachmittag auf dem Spiel stand. Dabei glichen Oliver Zech & Co. die spielerische Bonner Überlegenheit mit guten Zweikämpfen und starker Laufarbeit aus.

 

Der Fußballnachmittag startete verhältnismäßig hektisch, denn beide Mannschaften suchten ihr Heil in aggressivem Offensivpressing und erzwangen so auf beiden Seiten diverse Unschärfen im Spielaufbau, die aber keiner der Kontrahenten zählbar nutzen konnte. Als sich die Gäste durch weite Diagonalbälle immer häufiger dem Druck auf dem eigenen Spielaufbau entledigen konnten, stellte unser Trainerteam auf ein 4:2:3:1 und verdichtete nun mit einem Spieler mehr im Mittelfeld effektiver die Räume.

 

Letztlich neutralisierten sich beide Mannschaften über weite Strecken, wobei David Hüsing (köpft eine Brinkmann – Flanke an den Außenpfosten) und David Bors (zielt frei vor Marcel Hölscher knapp vorbei) die besten Torgelegenheiten besaßen.

 


Horst – Uwe Hüsing – In der besten Torchance des ersten Durchgangs setzte David Hüsing per Kopf eine Flanke von Daniel Brinkmann an das Außenaluminium.

 

In der Halbzeitpause nivellierten beide Trainer das Verhalten ihrer Mannschaften jeweils leicht nach. Während die Bonner nun auf ein Anlaufen des Wiedenbrücker Spielaufbaus bis in die letzte Reihe verzichteten, kuppelten unsere Jungs den sechsten Pressinggang ein und erhöhten so nochmal deutlich den Druck.

 

Nachdem David Loheider den ersten gefährlichen Schuss des zweiten Durchgangs auf das Bonner Gehäuse abgefeuert hatte, waren dann die Gäste am Zug, die erst durch Suheyel Najar und David Bors zu einer verrückten Doppelchance kamen (die Marcel Hölscher und Tristan Duschke jeweils auf der Linie klärten), dafür aber die anschließende Ecke in Person von Cedrik Mvondo zur 1:0 Führung im Netz unterbrachten (63.).

 


Alle Mühe umsonst – Hier hält Marcel Hölscher noch spektakulär, wenige Sekunden später klingelt es dann dennoch zum 0:1.

 

Angestachelt von diesem Rückstand kitzelten alle Schwarzblauen nun die Prozentpunkte 98 bis 124 aus ihrem Körper und bestürmten wütend das Bonner Gehäuse. Die Belohnung dafür holte sich unsere Mannschaft dann durch den Ausgleich von Tristan Duschke, der eine Ecke von Daniel Brinkmann mit der Urgewalt eines zornigen Manndeckers per Kopf ins Netz rammte (79.).

 

Die Partie drehte nun endgültig in den roten Drehzahlbereich und bekam vier Minuten vor dem Ende ein akkurates Rudel gebildet, als zunächst der eingewechselte Robin Schmidt am Boden liegend eine völlig unnötige Rangelei mit David Hüsing vom Zaun brach und anschließend alle 22 Akteure inklusive Trainerteams im einem Knäul von roten und blauen Trikots und roten und blauen Daunenjacken verschwanden.

 


Der Auftakt – Nachdem Robin Schmidt den am Boden liegenden Horst – Uwe Hüsing nochmal traktierte, schwappten die Adrenalin- und Testosteronwerte aller Aktiven kurz in den oberen Grenzbereich.

 


Positive Zweikampfbilanz – Im Rahmen eines Schlichtungsveruchs nutzte Björn Mehnert zunächst seine Grundschnelligkeit gegen Bonn’s Betreuer Guido Holt, der ehrfürchtig seine Kappe vor ihm zog, ehe er  Co-Trainer Gordon Addai zunächst mit einer Körpertäuschung auf die ballferne Seite zog und nur durch unerlaubtes Trikotziehen gestoppt werden konnte. Bilanz der Rangelei: Gelb für Schmidt und Hüsing, der bereits ausgewechselte Suheyel Najar sah sogar die Rote Karte.

 

Als dann doch noch mal Fußball gespielt wurde, hatte Daniel Schaal den absoluten mega Lucky Punch auf den Schlappen, als er aus halblinker Position nur die Unterkante der Latte traf (92.).

 


Die wohl einzige Situation im Leben eins Mannes, in der Mann sich einige Zentimeter weniger wünscht – Daniel Schaal setzte seinen Vollspannhieb eine Handbreit zu hoch an und traf nur die Latte.

 

Das wäre dann des Guten aber doch auch eine Messerspitze zu viel gewesen, wie nach Spielschluß auch Björn Mehnert zu den Akten gab: „Wir haben letztlich viel zu viel Fehler gemacht, hatten sehr viel schlechte erste Ballkontakte und dadurch war Bonn spielerisch heute einen Tick besser als wir. Nach dem 0:1 wurde es natürlich schwierig. Wir haben dann aber alles in die Waagschale geworfen und, den am Ende verdienten, Ausgleich erzielt. Wille und Einstellung waren heute absolut einwandfrei. Darauf werden wir aufbauen und dann am Dienstag gegen Aachen wieder alles raushauen“.

 

Sie sieht’s aus. Denn nach den durchschnittlichen Ergebnissen der Konkurrenz um den Klassenerhalt bietet die Nachholpartie gegen Aachen die Gelegenheit zu einem veritablen Befreiungsschlag.

 

Darum: Dienstag um 19:00 Uhr steht das nächste Heimspiel des SC Wiedenbrück gegen Alemannia Aachen an. Bitte alle die heute da waren wiederkommen, noch zwei Kumpels mitbringen und anschließend den ersten Heimsieg des Jahres 2019 bei einem frisch beschäumten Hohenfelder – Pils gemeinsam feiern!