09.08.2013 - Als die alten Zeiten jung waren....

Eine ganz harte Nummer – 1:4 in Lotte

Im zweiten Teil unserer Rückblende unterliegt unsere 1. Mannschaft gleichwohl hoch wie dennoch unglücklich bei den  Sporfreunden Lotte. Ganz bitter: Mariusz Rogowski verletzte sich schwer und gab Anlass zu größter Sorge. Jetzt, knapp acht Jahre später, zeigt „Rogo“  in der Bezirksliga den jungen Hüpfern immer noch wie Fußball so funktioniert und wird zudem in der kommenden Saison Co-Trainer bei unserer B1. Es hätte also deutlich schlechter Laufen können!!

 

 

Dass im Fußball Glück und Pech des Öfteren recht nah beieinander liegen ist ja hinlänglich bekannt. Jedoch sind die Extreme mit denen unsere Mannschaft in den letzten Wochen konfrontiert wird schon von einer ganz besonderen Qualität.

 

So folgte nach der bitteren, weil unverdienten Niederlage in Köln, der berauschende Sieg gegen Düsseldorf. Und nach einer wiederum phantastischen ersten Halbzeit in Lotte setzte es zum einen eine viel zu hohe 1:4 Niederlage und was viel schlimmer wiegt: Eine dramatische Verletzung von Kapitän Mariusz Rogowski, für den die Hinrunde bereits beendet sein dürfte.

 

Unsere Mannschaft startete am Lotter Kreuz, wie sie am Sonntag aufgehört hatte. Noch auf der Euphoriewelle schwimmend, stellten sie das Lotter Aufbauspiel geschickt zu und zwangen den Titelfavoriten durch punktuelles Pressing entweder zu langen Bällen oder zu waghalsigen Dribblings. Dadurch gelang es die letzte Reihe der Sportfreunde immer wieder in Zweikämpfe zu verwickeln und daraus eine hohe Anzahl richtig guter Ballgewinne zu erzielen.

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Nic Brisevac: Pfeilschnell über die Außenbahn und leistete die Vorarbeit zum 1:0

 

Die gute Startphase brachte auch gleich Zählbares. Nachdem der Lotter Torhüter Fernandez in der 3. Minute noch einen Studtrucker Freistoß spektakulär aus der Mauerecke boxte, war er nur zwei Minuten später machtlos, als wiederum Studtrucker ein Brisevac Zuspiel zum 1:0 ins Netz sandte. Durch den frühen Rückstand sichtlich geschockt wirkte Lotte schläfrig und blockiert.

 

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Stefan Studtrucker: Drittes Tor im dritten Pflichtspiel. Es gibt schlechtere Quoten.

 

Gut organisiert und defensiv aufmerksam verschiebend, münzte Theo’s Truppe die Ballgewinne durch ein phantastisches Umschaltspiel immer wieder in tolle Kontergelegenheiten um. In der Zentrale gewannen Carsten Strickmann und Oliver Zech nahezu alle Zweikämpfe und schickten den erkämpften Ball gedankenschnell auf die startenden Brisevac und Dayangan. So erspielte sich unsere Elf eine Reihe bester Torgelegenheiten, die aber allesamt ungenutzt blieben. Denn entweder fehlte im Abschluss die Präzision oder der letzte Pass war einen Tick zu ungenau.

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Sebastian Sumelka: Entschlossenheit in den Zweikämpfen zeichnete unsere Mannschaft aus.

 

Ab der 30. Minute fing sich Lotte allmählich ohne jedoch den Eindruck eines geordneten Spiels zu hinterlassen. So gehörte es dann auch zu der Tragik des Abends, dass die Gastgeber mit dem Halbzeitpfiff und dem zweiten Torschuss (Zuvor hatte Hölscher gegen Montabell geklärt.) durch Tim Gorschlüter (45.) den Ausgleich erzielten.

 

Aber weder Gegentreffer, noch Pausentee schienen unsere Elf aus dem Rhythmus zu bringen. So hatten direkt nach Wiederanpfiff Stefan Studtrucker und Nic Brisevac das 2:1 auf dem Fuß, zielten jeweils aber nicht genau genug.

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Nick Brisevac: Knapp am langen Pfosten vorbei

 

Besser machte es in der 58. Minute der Ex-Verler Kevin Freiberger. Der bis dahin kaum in Erscheinung getretene Außenstürmer drückte einen auf den zweiten Pfosten gespielten Freistoß  zum 2:1 ins Tor.

 

Fortan verlor unsere Mannschaft etwas den Zugriff auf Ball und Gegner. Lotte ließ den Ball besser zirkulieren und entzog sich nun geschickt dem Wiedenbrücker Pressing. Die beste Phase der Gastgeber krönte dann Sofien Chahed mit einem trockenen Schuss ins untere linke Toreck zur 3:1 Führung (65.). Damit nicht genug, denn nur fünf Minuten später verletzte sich Mariusz Rogowski bei einem Rettungsversuch schwer und musste mit Verdacht auf einen Schienenbeinbruch verletzt vom Platz getragen werden. Sichtlich geschockt von der offensichtlichen Schwere der Verletzung fand unsere Elf danach nicht mehr ins Spiel zurück. Zwar bot sich dem eingewechselten Wojciech Pollok noch eine riesige Möglichkeit zum Anschlusstreffer (73.) jedoch scheiterte er mit einem Heber aus gut 25 Metern an der Latte.

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Machtlos: Der platzierte Schuss von Sofien Chaed war für Marcel Hölscher nicht zu halten.

 

Symptomatisch für den Abend war dann das 4:1 in der 90. Minute, als Kevin Freiberger nach einem abgewehrten Ball goldrichtig stand und zum Endresultat einschob.

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Geknickt: Stefan Langemann

 

Fazit: Unserer Mannschaft gelang es lange Zeit, die individuelle Klasse der Sportfreunde Lotte durch geschicktes taktisches Verhalten und clevere Zweikämpfe mehr als zu egalisieren. Gegen extrem verschiebende Gastgeber setzte der SCW mit weiten Bällen auf die Außenbahn immer wieder pfeilschnelle Konter und musste sich erst nach der schweren Verletzung von Mariusz Rogowski geschlagen geben.

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Dramatisch: Die Verletzung von Mariusz Rogowski

 

Darum wünschen wir Mariusz alles Gute und eine schnelle Genesung. Alles andere ist dagegen nebensächlich.

 

SF Lotte: Fernandez – Hansmann, Nauber, Herröder, Grieneisen – Gorschlüter, Freiberger, Groß, Shapourzadeh (88. Kotuljac), Chahed (90. Wendel) – Montabell (77. Dan. Gataric)

SC Wiedenbrück 2000: Hölscher – Volkmer, Czyszczon, Sumelka, Rogowski – Zech (64. Pollok), Dayangan (64. Kaptan), Strickmann, Brisevac – Studtrucker, Langemann

Tore: 0:1 Studtrucker (5.), 1:1 Görschlüter (45.), 2:1 Freiberger (58.), 3:1 Chahed (65.), 4:1 Freiberger (90.)

Gelbe Karte: Shapourzadeh

Zuschauer: 537

 

(bre)