15.09.2019 - 2:2 gegen Hamm

Es bleibt verrückt

Auch wenn es für unsere 1. Mannschaft  anhand harter Oberligapunkte mit derzeit neun Zählern nur für den 9. Tabellenplatz reicht: Gäbe es eine Abrechnung der Punkte für die B-Note, gewichtet nach Dramatik, Spannung skurrilen Szenen und Emotionen verteilt würden, läge der SC Wiedenbrück nach sechs Spieltage bereits uneinholbar an der Tabellenspitze.

 

Das Spiel am heutigen Nachmittag gegen die Hammer SpVg sollte da keine Ausnahmen bilden. Nicht nur das es die Gäste bei dem 2:2 (0:1) schafften mit nur zwei eigenen Torschüssen gleich zwei Treffer zu erzielen und unsere Elf für die gleiche Ausbeute gefühlt zwanzig Versuche benötigte, auch die Dichte an Szenen, die sonst nur in kleinen, verrückten Youtube – Videos auftauchen war bemerkenswert hoch.

 

Den Anfang machte gleich die vierte Spielminute, als Marcel Hölscher einen Schuss Halil Dogan zur Seite abwehrte und Tristan Duschke die anschließende Hereingabe verhältnismäßig unbedrängt per Flugkopfball ins eigene Netz sandte.

 


Comeback im Jahnstadion – Zum ersten Mal seit Mai stand Marcel Hölscher wieder im Jahnstadion zwischen den Pfosten, blieb größtenteils beschäftigungslos und musste dennoch zwei Mal hinter sich greifen.

 

Unsere Elf benötigte einige Minuten, um den Schreck zu verdauen, fuhr dann aber die Turbinen hoch und kam speziell über die Außenpositionen zu besten Torgelegenheiten. Denn von dort feuerten Viktor Maier und Phil Beckhoff zahlreiche Flanken durch den Hammer Fünfer, die aber allesamt keinen Abnehmer fanden.

 

Die beste Wiedenbrücker Torchance in Halbzeit eins, blieb nach etwas über einer halben Stunde dann aber Luei Omar vorbehalten, der sich selbstbewusst die Kugel zur Ausführung eines Handelfmeters schnappte, dann aber mit ansehen musste, wie sein Schuss zur sicheren Beute von Frederic Westergerling wurde, der die Kugel sogar festhielt.

 

Bis zur Pause ließen dann noch Phil Beckhoff, Ercan Aday, Viktor Maier oder Marco Pollmann beste Chancen im Rahmen eins munteren Scheibenschießens liegen und mussten den Gang in die Kabine so mit einem 0:1 Rückstand antreten.

 


Intensives Duell – Tristan Duschke und David Loheider behakten sich über 90 Minuten mit allen Ecken und Kanten.

 

Der zweite Spielabschnitt öffnete dann mit einem weiteren Kuriosum seine Pforten: Kurz nach Wiederanpfiff zog Lukas Demming aus gut 20 Metern ab. Der Kugel flog an Marco Pollmann und Fänger Frederik Westergerling vorbei zum umjubelten Ausgleich ins Tor. Vermeintlich. Denn nachdem sich unsere Elf zum Ausgleich beglückwünscht hatte, bereits wieder in der eigenen Hälfte stand, der Tordschingel komplett durchgelaufen war und Paschi bereits den neuen Spielstand durchgegeben hatte, machte sich Schiedsrichter Inan Bulut auf dem Weg zu seinem Linienrichter (der nichts angezeigt hatte) und entschloss sich aufgrund dieses Plausches dann doch dazu Marco Pollmann im Abseits gesehen zu haben und annullierte den Treffer dann doch noch. Verrückt.

 

Aber das war noch lange nicht alles. Denn nach einer knappen Stunde streichelte Phil Beckhoff einen mäusespeckweichen Freistoß über die Hammer Mauer zum 1:1 in den Knick und hatte damit den Torfluch gebrochen.

 


Allein das war das Eintrittsgeld wert – Phil Beckhoff holt sich für sein fantastischen Freistoßtor die Glückwünsche seiner Mannschaftskollegen ab.

 

Unfassbar: Im direkten Gegenzug stürmte plötzlich David Loheider mit 60 Meter Anlauf auf Marcel Hölscher zu und versenkte den zweiten Hammer Torschuss zur 2:1 Führung.

 

Der SC Wiedenbrück benötigte jetzt gut 15 Minuten, ehe sich der Frust über den erneuten Rückstand gelegt und sich nach vier Auswechslungen die Mechanismen wieder einhakten. Dafür ging es in der Schlussviertelstunde aber nochmal richtig ab und im Hammer Strafraum entwickelte sich ein größerer Tumult als in Düsseldorfer Freibädern kurz vor Feierabend.

 


Unfassbar – In der Schlussphase ging es minutenlang im Hammer Strafraum drunter und drüber. Immerhin reichte es für Robin Twyrdy und seine Jungs noch zum Ausgleich. Sind wir mal gespannt, wozu dieser Punkt noch gut ist.

 

Aber Imael Remmo (gehalten), Lucas Klantzos (geblockt), Phil Beckhoff (vorbei) und Robin Twyrdy (Außennetz) verpassten bis in die Schlussminute den möglichen Ausgleich, ehe Ismael Remmo in der 90. Minute einen vom Pfosten zurückprallenden Ball dann doch noch über die Linie drückte.

 

„Wir haben speziell im letzten Spielfelddrittel die notwendige Konsequenz vermissen lassen und haben es daher verpasst zum richtigen Zeitpunkt die Tore zu machen. Man darf aber auch einfach nicht vergessen, dass wir mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren gestartet sind und in der Schlussphase noch einen 19jährigen und einen 18jährigen gebracht haben. Uns wirft das Spiel aber nicht um und wir gehen den Weg mit unseren jungen Leuten weiter“, hatte unser Coach zwar auch am Spielausgang zu knabbern, behielt aber den Blick auf das große Ganze.

 

Am Mittwochabend um 19 Uhr steht für unsere Mannschaft zunächst das Kreispokalspiel bei Westfalia Neuenkirchen an, ehe es in der Meisterschaft am nächsten Sonntag um 15 Uhr bei den Sportfreunden Siegen weitergeht.