01.09.2017 - 4:2 Sieg an der Hafenstraße

Essen? Können wa‘ halt!

Der SC Wiedenbrück gewinnt bei RW Essen mit 4:2 (1:0), schnappt den zweiten Auswärtssieg und setzt damit seine beeindruckende Serie an der Hafenstraße fort.

 

Bei den bereits früh in der Saison unter Druck geratenen Essenern, nahm unser Trainerteam nur eine Änderung in der Startelf vor und schickte Daniel Brinkmann nach einem morgendlichen Geistesblitz von Björn Mehnert auf den Rasen: „Wir hatten für die Position Daniel Brinkmann und Stipe Batarilo auf dem Zettel. Heute nach dem Aufwachen hat mein Gefühl gesagt: Lass Daniel spielen… und so falsch war die Entscheidung jetzt ja nicht“, recht hatte unser Coach. Denn speziell in den ersten 30 Minuten agierte der SCW bärenstark und ging durch den morgendlichen Brinkmann nach neuen Minuten in Führung, als er eine Vorlage von Viktor Maier mit einer einwandfreien Vollspannklatsche am verdutzten Robin Heller vorbei ins Netz jagte.

 

RW Essen - SC Wiedenbrueck
Laßt uns alle dem Zeigefinger folgen – Daniel Brinkmann erzielte die Führung für den SCW und überzeugte als „Zehner“ hinter Aygün Yildirim.

 

In der Folgezeit lief unsere Mannschaft fleißig, gut organisiert und hoch konzentriert alle Essener Aufbauräume zu und ließ bis auf einen Schuss von Marcel Platzek, den Marcel Hölscher aber im Nachfassen kontrollieren konnte, so gut wie nichts zu. Denn ansonsten waren die Essener Spitzen Marcel Platzek und David Jansen bei Robin Twyrdy und Julian Wolff ebenso gut aufgehoben, wie der quirlige Kai Pröger bei Marvin Büyüksakarya.

 

Bummelte die Partie aus Wiedenbrücker Sicht so zufriedenstellend in die Halbzeit, zeigte Essen zu Beginn des zweiten Spielabschnitts kurz mal ein anderes Gesicht. Denn nach einer Flanke von Kai Pröger drückte der eingewechselte Kamil Bednarski die Kugel nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff am langen Pfosten zum Ausgleich zwischen das Gestänge und stellte damit den Lautstärkeregler an der Hafenstraße auf Anschlag.

 

RW Essen - SC Wiedenbrueck
Kerniges Duell – Aus dem Duell mit Benjamin Baier ging der Ex-Essener Yannick Geisler als klarer Punktsieger hervor.

 

Mussten alle mitgereisten Wiedenbrücker nun aufgrund der zu erwartenden Wucht im Essener Spiel kurz mal auf die Eintrittskarte beißen, entspannte sich die Situation nur wenige Sekunden später schlagartig. Denn Viktor Maier schloss den direkten Gegenzug mit einem trockenen Schuss in die untere rechte Eck ab und brachte den SCW nur wenige Sekunden nach dem Ausglich schon wieder in Front (48.).

 

Essen wirkte in der Folge schwer angezählt und erspielte sich kaum Torgelegenheiten. Zwar ließen die Gastgeber den Ball gut laufen und verfielen auch nicht Hektik, wirkliche Gefahr beschwor dies aber nicht herauf, da zum einen Yannick Geisler und Neco Mohammad im Zentrum schlicht nicht zu bezwingen waren und Jeffrey Volkmer wie auch Marvin Büyüksakarya auf den Außenbahnen ihre Gegenspieler zu Verzweiflung trieben.

 

RW Essen - SC Wiedenbrueck
Verrückter Typ – Neco Mohammad gewann zahllose Zweikämpfe, spulte noch zahllosere Kilometer ab und musste kurz vor dem Ende nach einem Ellenbogenschlag ausgewechselt werden.

 

Das alles gipfelte nach knapp einer Stunde im nächsten Wiedenbrücker Treffer, als Toni Celik aus einer Konteraktion den Essener Jan – Steffen Meier so unglücklich am Knie anschoss, so dass die Kugel von da zum 3:1 ins Tor prallte.

 

RW Essen - SC Wiedenbrueck
Hat’s geklingelt? Toni Celik erzwang den Treffer zum 3:1 und musste nur wenige Minuten später mit gelb-rot vom Platz. Das war’s aber wert.

 

Eigentlich wäre Fisch damit poliert gewesen, wenn eben dieser Celik nicht knapp zehn Minuten später von Schiedsrichter Kevin Domnick nach wiederholtem Foulspiel mit gelb-rot zum Vorwärmen der Duschen in die Kabine geschickt worden wäre.

 

Essen erhöhte so in Überzahl nochmal sukzessive den Druck, kam dann auch durch David Jansen zum 2:3 Anschluss (80.) und warf nun alles in Richtung der tobenden Westtribüne.

 

Da Marcel Hölscher aber in der Luft überragte und im Notfall wohl auch eine komplette Pommesbude inklusive Grill und Ketchuptuben aus dem Strafraum gefaustet hätte und die verbliebenen neun Feldspieler sich in jeden Essener Schuss warfen, überstand der SCW auch diese Phase und hatte durch den fantastisch aufgelegten Viktor Maier in der Schlussminute sogar noch ein As im Ärmel. Denn als der kirgisische Nationalspieler im höchsten Tempo auf Robin Heller zustürmte, war er nur durch ein Check des Fängers zu bremsen und holte noch einen Foulelfmeter heraus, den er anschließend selbst zum 4:2 Endstand verwandelte.

 

RW Essen - SC Wiedenbrueck
Ausgehebelt und weich gelandet – Nach der Sense von Robin Heller fand Viktor Maier noch die Zeit den anschließenden Elfmeter im Essener Netz zu verstauen.

 

Damit gewinnt der SC Wiedenbrück erneut an der Essener Hafenstraße und rückt mit nun acht Punkten auf den achten Platz der Regionalligatabelle vor.

 

Aufgrund der unablässig starken Leistungen unserer Mannschaft nahm der ortsansässige Bürgermeister nach Abpfiff noch eine Petition entgegen, in der einige Fans die Umbenennung des Stadions Essen in „Stadion Wiedenbrück“ herbeiführen möchten. Der Ausgang war bei Redaktionsschluss aber noch offen.

 

RW Essen - SC Wiedenbrueck
Feuertaufe bestanden – Mit einer mutigen Taktik und Geschick bei der Personalauswahl gewann Björn Mehnert mit seiner Mannschaft vor etwas über 6.000 Zuschauern in Essen und darf sich nun auf das Spiel gegen Oberhausen freuen.

 

Für Björn Mehnert und seine Jungs geht es am Dienstagabend mit einem Freundschaftsspiel bei der U23 von Arminia Bielefeld weiter und am Samstag um 14:00 Uhr steht dann das nächste Meisterschaftsspiel gegen RW Oberhausen im Jahnstadion an. Freuen wir uns darauf!

 

Alle Daten zum Spiel