28.07.2013 - Als die alten Zeiten jung waren....

Hinten tritt der Geißbock

Um die fußballfreie Zeit nicht zu lang werden zu lassen, werden wir in den kommenden Wochen unter der Rubrik „Als die alten Zeiten jung waren“ den ein oder anderen Bericht der vergangenen Jahre nochmals veröffentlichen. Das soll uns alle etwas dabei helfen, die Freude auf den Fußball im allgemeinen und den SC Wiedenbrück im speziellen nicht zu verlieren! Ganz viel Spaß in der ersten Ausgabe mit Nick Brisevac, Marwin Studtrucker und einem gewissen Jacub Przybylko und dem ersten  Spiel der Saison 12/13 bei der 2. Mannschaft des 1. FC Köln!

 

 

Dass nicht nur die Biene hinten sticht, sondern auch der Geißbock hinten tritt, musste heute unsere 1. Mannschaft beim Spiel gegen den 1. FC Köln II feststellen. Denn unsere Elf verlor durch zwei Treffer in der jeweils letzten Minute einer jeden Halbzeit denkbar unglücklich.

 

Bei fussballuntauglichen Temperaturen jenseits der 30 Grad reagierte unser Trainer mutig auf das verletzungsbedingte Fehlen von Oliver Zech und beorderte Neuzugang Tim Knetsch auf die Achter-Position. Im Sturm begann der genesene Wojciech Pollok, die Außenbahnen wurden von Stefan Langemann und Nick Brisevac besetzt.


Knetsch on the eight: Tim Knetsch überzeugte mit flotten Dribblings

 

Vom Anpfiff weg zeigte jedoch zunächst der junge FC, dass er gewillt war, die verkorkste letzte Saison vergessen zu machen. Hochaggressiv und mit großer Laufbereitschaft pressten sie unsere Mannschaft tief in der eigenen Hälfte. Anfangs etwas kalt erwischt, fing sich unsere Elf schnell und fand von Minute zu Minute bessere Lösungen um dem Druck der Kölner zu entkommen. So kam der FC in dieser Phase auch nur zu einer Möglichkeit, die der aufmerksame Marcel Hölscher jedoch toll zunichte machte.

 

Das Spiel drehte sich dann spätestens in der 13 Minute. Nic Brisevac bediente Stefan Langemann mit einem sehenswerten 48 Meter Diagonalball, der nahm maximales Tempo auf, stürmte zu Grundlinie und legte den Ball, wie im Fußballschulbuch auf Seite 28 vermerkt, in den Rücken der Kölner Abwehr. Wer Seite 29 dieses Buches kennt, weiß was dann passierte: Marwin Studtrucker hatte sich geschickt von seinem Gegenspieler gelöst und hatte keine Mühe den Ball im FC-Gehäuse zu platzieren.

 

Von nun an fand Theo’s Truppe zu ihrem Spiel. In der defensive aufmerksam von Carsten Strickmann organisiert, verbaute man dem Gegner geschickt Räume in der Tiefe. Vorne stachen Langemann, Studtrucker oder Pollok immer wieder in krumme Abspiele oder leichtfertige Dribblings der Kölner Abwehrspieler und gewannen so viele wertvolle Bälle im Halbfeld.

 

Daraus resultierte auch die größte Chance des SCW in der 30. Minute. Wojciech Pollok stibitzte Jannik Müller das Spielgerät und schickte den agilen Tim Knetsch über die linke Außenbahn. (Wer das Lehrbuch noch aufgeschlagen hat, bitte nochmal zurückblättern). Knetsch also ab auf die Grundlinie, den Ball dieses Mal hoch auf den zweiten Pfosten gezirkelt, wo wiederum Marwin Studtrucker in den Ball flog und das Leder per Kopf an die Unterkante der Latte setzte. Den danach zu kurz abgewehrten Ball nahm Nic Brisevac auf und prüfte FC – Torwart Marcel Schuhen mit einem laserstrahlartigem Geschoss, welches er sich scheinbar auf der parallel stattfindenden Star Wars Convention in Essen geborgt hatte. Wie dem auch sei, Schuhen jedenfalls gab den Darth Vader und wehrte den Ball mit der bösen Seite der Macht ab.


Unterkante: Marwin Studtrucker setzt den Ball an den Querbalken

 

Weniger Science Fiction und mehr Slapstick bot das Spiel dann in der 45. Minute. Einen verunglückten Abstoß von Darth Vader beförderte Przybylko unfreiwillig mit der Hacke in das Gesicht von Danilo Wiebe, den abtropfenden Ball schob Wiebe dann jedoch herausragend in den Lauf von Marius Laux, der den Ball mit dem Pausenpfiff im Wiedenbrücker Gehäuse unterbrachte.


Bruch: Nicht im Bein, aber im Spiel. In dieser Szene zog sich Stefan Langemann eine Prellung zu und musste ausgewechselt werden.

 

Zur zweiten Hälfte nahm Theo Schneider den angeschlagenen Stefan Langemann (neu: Soner Dayangan) und den ausgepumpten Wojciech Pollok (neu: Dominik Jansen) vom Platz und beide Mannschaften zwei Gänge heraus.

FC und SCW agierten nun primär auf Ballbesitz und waren darauf bedacht möglichst wenig Fehler zu begehen. Das klappte beim FC bis zur 47. Minute auch ganz hervorragend, denn dann lief Marwin Studtrucker völlig allein auf Schuhen zu und scheiterte an einem glänzenden Reflex desKölner Fängers.

Danach ließ sich unsere Mannschaft tief fallen, überließ den Kölner weitgehend das Mittelfeld und lauerte auf Konter. Wertvollster Akteur der Kölner in dieser Phase war Schiedsrichterassistent Marcus Droste der vier enge (davon zwei hochgradig falsche) Abseitsentscheidungen gegen unsere Mannschaft fällte. Hatte der Kölner Coach Stephan Engels, den Linesman zu Beginn des Spiels noch joval im Stadion begrüßt („Heb die Fahne, Du Amateur!“), bahnte sich nach der zweiten fragwürdigen Entscheidung eine echte Männerfreundschaft an („Mensch, jetzt werden wir ja doch noch Freunde!“).

So waren die Höhepunkte fortan also mehr verbaler Natur und man merkte den Akteuren an, dass eigentlich ein jeder an diesem Nachmittag mit dem Unentschieden gut hätte Leben können. Nicht ganz davon überzeugt waren lediglich Jacub Przybylko  und Koray Kacinoglu auf der rechten Außenbahn des FC. Denn so setzte Przybylko seinen Teamkollegen in der 89. Minute mit einem Diagonalball dermaßen gut in Szene, dass er wenig Mühe hatte nach einem 20 Meter Sprint den Ball im Tor zu versenken.

Und obwohl unsere Mannschaft ein absolut akkurates Spiel abgeliefert hatte, stand bzw. lag sie am Ende mit leeren Händen auf dem Rasen des Franz – Kremer – Stadions.


Geknickt aber nicht gebrochen: Carsten Strickmann und Mitja Schierbaum

 

Als Trost sei gesagt, dass man viel knapper wohl nicht verlieren kann, der Geißbock nur in Köln tritt und die Star Wars Convention am Sonntag endet. Und so sollte es doch nun wirklich keinen Grund geben gegen Fortuna Düsseldorf am nächsten Sonntag als als Verlierer vom Platz zu gehen!


Mut zur Mode: Jörg Schmadtke präsentierte eine tropentaugliche Daunenjacke


Vier neue Torwarttrainer für den SCW und Mario Grevelhörster. Link:  Kissing in the Backrow of the stadium

FC II: Schuhen – Schäfer (35. Scepanik), Schwellenbach, Müller (49. Engelke) Nikolaou – Wiebe, Przybylko, Jesic – Kacinoglu, Ban (81. La Monica), Laux
Wiedenbrück: Hölscher- Rogowski, Sumelka, Czyszczon, Volkmer – Knetsch (78. Kaptan), Strickmann – Langemann (46. Jansen), Studtrucker, Brisevac – Pollok (46. Dayangan)
Schiedsrichter: Markus Wollenweber
Tore: 0:1 Studtrucker (13.), 1:1 Laux (45.), 2:1 Kacinoglu (89.)
Zuschauer: 600



(bre)