13.10.2019 - 4:2 gegen den Holzwickeder SC

Kurz am Käse schnuppern lassen

In einer lange Zeit ausgeglichenen und bis in die Schlusssekunden spannenden Partie, gewinnt der SC Wiedenbrück am Ende mit 4:2 (1:1) gegen den Holzwickeder SC und verteidigt damit die Tabellenspitze. Nachdem Simon Schubert einen Freistoß zur Führung verwandelt hatte (22.), glichen die Gäste noch vor der Pause durch den bärenstarken Sebastian Hahne aus und gingen nach gut einer Stunde durch den gleichen Spieler sogar in Führung. Schnupperten die Gäste in dieser Phase kurz am Sieg, fegte in den letzten 20 Minuten, angeführt von den eingewechselten Viktor Maier und Xhuljo Tabaku ein Orkan der Güteklasse A durch die Holwickeder Spielhälfte, dank dessen unsere Elf durch Tore von Simon Schubert (70.), Phil Beckhoff (72.) und David Hüsing (90.) noch auf 4:2 davonzog.

 

Im Vergleich zur Vorwoche musste Björn Mehnert seine Belegschaft auf gleich zwei Positionen umbauen: Viktor Maier nahm nach seinem Einsatz für die Nationalmannschaft Kirgisistans zunächst auf der Bank platz und Daniel Brinkmann hatte kurzfristig mit einem Magen-Darm-Virus auf der heimischen Keramik eingecheckt.

 

Dafür startete Ismael Remmo in der Sturmspitze, Marco Pollmann liefen neben Lukas Demming im offensiven Halbfeld auf und Aday Ercan rückte eine Reihe nach hinten und bildete das Pendant zu Oliver Zech auf der Doppelsechs.

 


Debüt – Ismael Remmo startete für den SC Wiedenbrück zum ersten Mal von Beginn an und verpasste einen Treffer nur knapp.

 

Nachdem Marcel Hölscher bereits in den ersten Minuten einen brettharten Schuss auf die Fäuste geschweißt bekam, nahm das Wiedenbrücker Spiel so langsam Fahrt auf und unsere Jungs kamen durch Oliver Zech (sein Schuss zischt am langen Pfosten vorbei), Lukas Demming (wird kurz vor dem Tor geblockt) und allen voran Ismael Remmo, der eine messerscharfe Beckhoff – Hereingabe aus Nahdistanz an die Latte nagelte zu ersten Chancen.

 

Damit es dann doch endlich im Holzwickeder Gebälk bimmelte, musste aber eine Standardsituation herhalten. Nachdem Aday Ercan im Zuge eines Konters kurz vor dem Strafraum niedergestreckt wurde, jagte Simon Schubert den Freistoß per Feuerball zum 1:0 ins Netz (23.).

 


Hoher Besuch – Günter Kutowski und Klaus Breitzke (der Bruder von Günter) beobachteten die Partie wohlwollend von den Stehrängen.

 

So hätte es dann sehr gerne weitergehen können. Ging es aber nicht. Denn spätestens als Sebastian Hahne nach sehenswerter Einzelleistung zum 1:1 ausglich (28.) ging der Faden im Wiedenbrücker Spiel verloren.

 

Während die Gäste willig und teils hochemotional verteidigten, gelang es unserer Elf nicht mehr einen Griff an die Holzwickeder Abwehr zu bekommen. So arbeiteten sich beide Mannschaften in zahlreichen Zweikämpfen rund um die Mittellinie aneinander ab ohne wirklich torgefährlich zu werden. Es dauerte dann bis zur 59. Minute ehe die Ereignisamplitude erneut nennenswert ausschlug: Da eilte Sebastian Hahne die rechte Außenbahn hinunter, schlug noch einen Haken und schoss dann flach und unhaltbar zum 2:1 für die Gäste ein.

 

Absolut positiv: So richtig beeindruckt von dem Rückstand zeigten sich weder die weiterhin gut gelaunten 360 Zuschauer im Jahnstadion, noch unsere Elf, die nun mit den eingewechselten Viktor Maier und Xhuljo Tabaku mit voller Wucht auf das Gästetor stürmte.

 


„Hinten rechts steht das Tor. Da müsste der Ball noch zwei bis drei Mal rein“ – Auch dank Viktor Maier gelang es die Dirk Flock’schen Anweisungen einwandfrei umzusetzen.

 

Eben dieser Tabaku dribbelte dann nach gut 70 Minuten in höchstem Tempo in den Strafraum, wurde dort vom herauseilenden Muhammad Acil an der Torauslinie geknickt und nahm anschließend den Elfmeterpfiff von Florian Visse, der ohne zu zögern auf den Punkt zeigte. Simon Schubert schnappte sich die Kugel und verwandelte humorfrei zum Ausgleich.

 


Kaum zu halten – Mit Xhuljo Tabaku nahmen die Wiedenbrücker Angriffe deutlich an Tempo auf.

 

Einmal in Fahrt gekommen dauerte es genau 120 Sekunden, ehe „Paschi“ erneut den Tordschingel durch diesen lauen Wiedenbrücker Oktobersonntag peitschte. Denn da flog auch schon Phil Beckhoff in eine nicht zu verteidigende Maier – Vorarbeit und drehte die ganze Thematik auf 3:2 für den SCW.

 

Jetzt gab es für unsere Elf kein halten mehr: Luei Omar, Lukas Demming, Viktor Maier und nochmal Phil Beckhoff ließen beste Chancen liegen, ehe der richtig gute David Hüsing seine tolle Leistung mit dem Treffer zum 4:2 krönte.

 


Die Bananen waren aus. Jetzt macht er Butzen – David Hüsing, der sonst eher mit Flanken die Stürmer füttert, knipste gegen Holzwickede selbst und stellte den 4:2 Endstand her.

 

„Wir haben heute kein gutes Spiel gemacht. Wir sind auf einen Gegner getroffen, der aus einem kompakten 4:4:2 heraus auf Fehler gewartet hat. Die haben wir leider auch angeboten und sind so in Schwierigkeiten geraten. Man darf dabei aber eben auch nicht vergessen, dass wir sieben Spieler auf dem Feld hatten, die 22 Jahre oder jünger sind. Ich freue mich ganz besonders für Xhuljo Tabaku, der heute angedeutet hat, wie wichtig er für uns werden kann. Wir haben mit ihm aber alle Geduld, denn nach seiner langen Verletzungspause wird er noch einige Zeit benötigen, um wieder bei 100% anzukommen“, war unser Coach mit dem gesehenen nicht in allen Teilen einverstanden, warf aber schon mal den Blick auf den kommenden Mittwoch: „Jetzt regenerieren wir zwei Tage und dann freuen wir uns auf ein geiles Derby!“

 


Trio mit zwei Fäusten – Luei Omar und Marcel Hölscher lassen ihren Emotionen nach dem Sieg ungezügelt Lauf.

 

So sieht’s aus. Denn am Mittwoch um 19:30 Uhr schlägt der SV Lippstadt im zum Achtelfinale im Krombacher Westfalenpokal im Jahnstadion auf!

 

Ein Hinweis dazu: VIP – und Dauerkarten haben für dieses Spiel keine Gültigkeit!!!