16.11.2018 - Derbyniederlge

Nur Klaus Beimer ist trauriger

Da ein Unglück selten allein kommt, gilt es für den geneigten Wiedenbrücker Fußballfan am heutigen Freitag gleich zwei nicht unerhebliche Rückschläge einzustecken. Denn nur wenige Stunden nachdem der WDR auf einer Pressekonferenz das endgültige Aus der Lindenstraße verkündete hatte, kassierte der SC Wiedenbrück eine herbe 0:4 (0:1) Derbyniederlage beim SC Verl.

 

Dabei war lange nicht abzusehen, dass am Ende des kernig – kalten Abends in der Verler Arena ein derart brachiales Ergebnis stehen würde. Denn über eine halbe Stunde lang hatten unsere Jungs, die in der gleichen Startaufstellung aufliefen wie beim 3:1 Auswärtssieg beim SV Lippstadt, alles lässig im Griff.

 


Der beste Wiedenbrücker – Patrick Schikowski sorgte über die Außenbahnen immer wieder für Tempo. Hier nimmt ihm allerdings der Ex – Wiedenbrücker Marko Stojanovic die Kugel ab.

 

So reichte ein dezent temperiertes Pressing unserer Elf lange Zeit aus, um das Verler Spiel komplett an die Kette zu legen. Spätestens an der Mittellinie gaben die Hausherren die Kugel artig wieder an den SCW zurück und sahen sich dann zwar einer hohen Anzahl Angriffe ausgesetzt, denen aber Präzision und der letzte Punch fehlte.

 

So war der erste echte Aufreger dann ein bitterböses Foulspiel von Bastian Müller, der André Mandt mit offener Sohle in die Wade trat, ohne auch nur im Ansatz Ambitionen zu haben, den Ball spielen zu wollen.

 


Nur für den Fall – Dass jemand den Ball sucht. Der war zu dem Zeitpunkt, als sich die Stollen von Bastian Müller in die Mandt’sche Wade bohrten bereits mehr als sechs Meter entfernt.

 

Anschließend rückte Verls Fänger Robin Brüseke in den Mittelpunkt, der zunächst einen Schuss von Daniel Schaal im kurzen Eck parierte und kurz danach einen Schlenzer von Patrick Schikowski derart katzenartig um den langen Pfosten drehte, dass Schiedsrichter Julian Engelmann nicht mal auf Eckstoß entschied.

 

Konnte das Spiel bis dahin wohl niemanden der 1.075 Zuschauern nachhaltig von den Sitzen reißen, so erfuhr der Abend nach 40 Minuten eine (aus Wiedenbrücker Sicht) dramatische Wende, als Jannik Schröder aus dem komplett luftleeren Nichts die Hausherren, die bis dahin ohne echte Torchance und Torschuss geblieben waren mit 1:0 in Führung schoss.

 


Nichts lief an diesem Abend gerade aus – Nicht mal die Strafraumbegrenzung vor dem Wiedenbrücker Tor.

 

Damit nicht genug: Mit einem überragenden Reflex gegen Daniel Hammel verhinderte Marcel Hölscher mit dem Halbzeitpfiff spektakulär noch einen weiteren Gegentreffer.

 

Und was dann in der zweiten Halbzeit geschah, ließ nicht nur Björn Mehnert, der sich in der anschließenden Pressekonferenz für den Auftritt seiner Mannschaft aufrichtig entschuldigte, mit vielen Fragezeichen zurück.

 

Denn nun übernahmen die Hausherren die Gangschaltung des Spiels und hebelten die Wiedenbrücker Defensive immer wieder über die Außenbahnen aus und kamen so im groben zehn Minutentakt zu weiteren Treffern von Daniel Hammel, Ron Schallenberg und Fabian Brosowski und stellten das Ergebnis damit auf ein glattes 4:0.

 

Mit dieser Derbyniederlage geht unsere Mannschaft nun in die einwöchige Spielpause der Regionalliga und läuft am kommenden Samstag um 14 Uhr zum Viertelfinale im Westfalenpokal beim 1. FC Kaan – Marienborn auf. Zum nächsten Meisterschaftsspiel empfangen wir dann in zwei Wochen den SV Straelen im Jahnstadion, Anstoß ist am Samstag, 02.12.18 um 14 Uhr.

 

Drücken wir bis dahin die Daumen, dass nicht nur Klaus Beimer die Trauer über die künftig freien Tage am Tresen von Vasily Sarikakis mit dem ein oder andere lauwarm servierten Ouzo heruntergespült, sondern auch unsere Elf den heutigen Abend wieder halbwegs weggesteckt hat.