05.08.2018 - 0:1 in Straelen

Qualen in Straelen

Der SC Wiedenbrück kann den unsäglichen Fluch, der seit einiger Zeit auf Auswärtsspielen bei Aufsteigern zu liegen scheint, nicht besiegen und unterliegt beim SV Straelen mit 0:1 (0:1). Ein unglückliches Eigentor von Tristan Duschke kurz vor der Pause besiegelte eine nicht unverdiente Niederlage, bei der zahlreiche Wiedenbrücker Kicker verletzungsbedingt komplett fehlten oder nur zu Kurzeinsätzen kamen.

 

Mit Daniel Latkowski (Bänderverletzung im Sprunggelenk), Marwin Studtrucker (Sehnenabriss im rückwärtigen Oberschenkel), David Loheider (Knieprellung), Tammo Harder (Kapselverletzung im Zeh), Daniel Brinkmann (Prellung), Viktor Maier (Reha nach Knie – OP) und Marco Pollmann (erkrankt) fehlten zu Beginn gleich sechs Spieler, von denen zumindest Daniel Brinkmann auf der Bank platz nahm und in der Schlussphase noch eingewechselt wurde.

 

SV Straelen - SC Wiedenbrueck
Regionalligadebüt – Max Müller lief zum ersten Mal in der Regionalliga auf und bekam es gleich mit zwei akkuraten Kanthölzern zu tun. Sein Trainer war totzdem mit ihm zufrieden: „Er hat die Räume gut angelaufen. Nur die Bälle kamen dann nicht. Aber dafür kann der er ja nichts“.

 

Vor den 500 Zuschauern im frisch umgebauten Stadion an der Römer Str. überraschte Björn Mehnert zum Start taktisch, als auch personell:

 

So startete seine Mannschaft in einer 4:3:3 Grundordnung, in der Tristan Duschke für Marcel Leeneman in die Innenverteidigung rückte, David Hüsing rechts hinten Daniel Latkowski vertrat, Yannick Geiser vor der Abwehr abräumte, Mike Andreas und André Mandt auf den Achter – Positionen aufliefen und Zlatko Muhovic und Oliver Zech sich in den Halbräumen flexibel hinter der einzigen Spitze Max Müller in das Offensivspiel einschalten sollten.

 

SV Straelen - SC Wiedenbrueck
„Was habe ich Dir getan“ – Zwischen Zlatko Muhovic und Schiedsrichter Martin Tietze enwickelt sich in diesem Leben sicherlich keine tiefergehende Seelenverwandtschaft mehr. Muss ja auch nicht.

 

Bei erneut brennend heißen Temperaturen entwickelte sich in der ersten halben Stunde eine unruhige Partie, in der beide Teams versuchten Sicherheit und Struktur in ihr Aufbauspiel zu bekommen.

 

Während Straelen bereits in der Spieleröffnung Probleme hatte und nur selten die erste Wiedenbrücker Pressingreihe überwinden konnte, fehlte dem SCW speziell die Präzision im letzten Spielfelddrittel.

 

So verfehlten Anspiel in die Spitze ihre Ziel entweder knapp oder das frisch verpflichtete Straelener Innenverteidigerduo Adli Lachheb und Patrick Ellguth stand den Angriffsbemühungen im Weg.

 

Es passte dann wohl auch zu dem gebrauchten Nachmittag, dass nur wenige Sekunden nach der besten Wiedenbrücker Torchance die Gastgeber in Führung gingen.

 

Denn zunächst tauchte Daniel Schaal nach einer klasse – Muhovic Vorarbeit blitzblank vor David Buchholz auf, scheiterte aber an dem herausstürzenden Ex-Lotter.

 

SV Straelen - SC Wiedenbrueck
Das dicke Ding – Während Daniel Schaal versucht die Kugel an David Buchholz vorbei zu legen, kommt dieser im Stile eines surinamesischen Dackelpelikans aus dem Tor geflogen und klärt die Situation.

 

Im direkten Gegenzug mogelten sich die Gastgeber über die rechte Wiedenbrücker Abwehrseite bis auf die Grundlinie durch und durften sich kurz danach freuen, als Tristan Duschke aus dem Gewühl heraus angeschossen wurde und die Kugel zum 0:1 ins eigene Netz abfälschte (32.).

 

Im zweiten Durchgang warf unser Coach mit Björn Weisenborn und Patrick Schikowski frisches Personal die Außenbahnen in den Kessel und stellte damit auf 4:2:3:1 um.

 

SV Straelen - SC Wiedenbrueck
Extra PS für die Außenbahn – Nach seiner Einwechslung sorgte „Schiko“ über die linke Schiene für Dampf.

 

Die Umstellung zeigte umgehend Wirkung: Bereits nach wenigen Sekunden zappelte das Spielgerät im Straelener Netz, nur leider fand der Treffer keine Anerkennung, da Mike Andreas nach der Flanke von Björn Weisenborn scheinbar eine Zehnagellänge im Abseits stand (48.).

 

In der Folgezeit waren unsere Jungs sichtlich bemüht Druck auf die Straelener Abwehr zu bekommen und initiierten immer wieder Versuche über die Außenbahn die Gastgeber müde zu spielen.

 

SV Straelen - SC Wiedenbrueck
Das ist keine Liegewiese – Mike Andreas meisselt seinem Gegenspieler, der nach einem harmlosen Zweikampf liegen bleibt, einige aufmunternde Worte direkt auf’s Trommelfell.

 

Bei Schüssen von Max Müller und 2 x David Hüsing gelang dies ab und an auch, die ganz große Druckwelle blieb aber aus und so musste Marcel Hölscher nach einer Stunde sein ganzes Können auf den Platz bringen, um gegen René Jansen das 0:2 und damit die vorzeitige Entscheidung zu verhindern.

 

Am Ausgang des Spiels sollte dies aber leider nichts mehr ändern. Denn die Gastgeber ließen die Uhr zum Ende clever herunterlaufen und überstanden so auch die Schlussphase schadlos.

 

SV Straelen - SC Wiedenbrueck
Für einen Einspruch wird es wohl nicht reichen – Entgegen der Genfer Eiskremkonvention platzierte der SV Straelen einen Eiswagen taktisch klug so auf dem Weg zum Platz, dass unsere Mannschaft direkt an der Auslage vorbeikam. Dies sollte wohl die Konzentration weg vom Fußball und direkt auf die Sorten Amarena, Kirschbanane und Soja-Bockwurst lenken. Fazit: Hat ziemlich gut geklappt.

 

„Die Niederlage ist gar nicht so unverdient. Wir sind hier sehr freundlich aufgenommen worden und haben uns ebenso freundlich auf dem Platz verhalten. Dadurch haben wir hier fahrlässig drei Punkte liegen gelassen“, fasste Björn Mehnert das Gesehene enttäuscht zusammen.

 

Damit geht es für unsere Mannschaft am kommenden Freitag mit einem Heimspiel gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach weiter und drücken wir mal alle Daumen, dass die Hände unseres Physiotherapeuts Eddy Bengs unter der Woche nicht zwingend Wasser in Wein verwandeln, aber dafür vielleicht ein anderes Wunder vollbringen und die ein oder andere Blessur unserer verletzten Spieler heilen.

 

Alle Daten zum Spiel