03.11.2018 - 1:2 gegen RW Essen

Sollte nicht sein

Es bleibt dabei: Im Jahnstadion kann der SC Wiedenbrück nicht gegen RW Essen gewinnen. Am heutigen Nachmittag musste sich unsere Mannschaft nach einem guten Auftritt knapp mit 1:2 (0:1) geschlagen geben. Nachdem Lukas Scepanik RWE in Führung gebracht hatte (35.) sorgte David Loheider mit einem Kopfballtreffer im Stile des jungen Uwe Seelers für den Ausgleich, ehe Enzo Wirtz für alle Beteiligten verhältnismäßig überraschend noch den Siegtreffer erzielte (81.).

 

Nach dem 6:1 beim TV Herkenrath gab es für unser Trainer Björn Mehnert keinen Anlass die Startelf personell nachzujustieren. Einzig die Aufgabenverteilung änderte sich: Daniel Latkowski verteidigte links hinten und gab gegen die beiden gefährlichsten Essener Offensivwaffen (Marcel Platzek, Kai Pröger) eine starke Leistung ab, denn es glang ihm die Wirkung der Beiden auf den Spielverlauf auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Zudem lief Tim Geller rechts hinten in der Kette auf und David Hüsing rückte eine Reihe nach vorne.

 

Mutig ausgerichtet setzte der SC Wiedenbrück die Gäste schon weit in deren Hälfte unter Druck und provozierten so ein in der Anfangsphase wildes Spiel, da Essen zumeist mit langen Bällen dem Pressing auswich und anschließend rund um die Mittellinie intensivste Zweikämpfe um dem ersten, zweiten und dritten Ball geführt wurden.

 


Als wäre er nie weg gewesen – Unser Kapitän hat die Sprunggelenksverletzung aus dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf U23 schon wieder komplett weggesteckt und zählte heute Nachmittag bei seinem zweiten Startelfeinsatz nach seinem Comeback zu den besten Wiedenbrückern.

 

In Mitten dieses Gerangels blieben echte Strafraumszenen dann leider ein rares Gut. Einzig Kevin Grund, der nach 13 Minuten die Kugel aus dem Getümmel ans Wiedenbrücker Lattenkreuz brannte, löste bei den 1.102 Zuschauern im Jahnstadion einen ersten emotionalen Impuls aus.

 

Es dauerte dann weitere 20 Minuten ehe die Chronisten einen weiteren Ausschlag auf der nach unten offenen Gefühlskala der schwarzblauen Fans registrieren mussten. Denn da nutzten die Rotweißen den einzigen weichen Wiedenbrücker Moment der ersten Hälfte, um durch Lukas Scepanik in Führung zu gehen, der im Zentrum eine langgezogene Flanke volley ins Netz jagte.

 


Dingdong. Da klingelt es zum 0:1 – Marcel Hölscher (horizontal) und Tim Geller (vertikal) können dem technisch herausragend erzielten Führungstreffer von Lukas Scepanik nur hinterherschauen.

 

Um eine direkte Antwort war unsere Elf nicht verlegen: Im unmittelbaren Gegenzug ging David Loheider im Essener Strafraum mit Gegnereinwirkung (aber ohne folgenden Elfmeterpfiff) zu Boden, dann zielte Patrick Schikowski kann über den Kasten, ehe Marco Pollmann bei der besten Chance in höchster Not und völlig frei vor dem Tor geblockt wurde.

 


Was für eine Chance – Nur um einen Wimpernschlag verpasst Marco Pollmann hier den Wiedenbrücker Ausgleich. Daniel Heber (liegend) lenkt den Schuß noch mit der Stiefelspitze am Tor vorbei.

 

„Ich war mit der ersten Hälfte nicht so richtig zufrieden. Wir haben die Räume, die uns angeboten wurden nicht gut bespielt. Wir haben diesen Punkt in der Halbzeit angesprochen und es anschließend dann deutlich besser gemacht“, erklärte Björn Mehnert die erhebliche Leistungssteigerung seiner Truppe im zweiten Durchgang.

 

Denn die überraschend („Das war der Personalsituation geschuldet“, Karsten Neitzel) mit einer Dreierkette angetretenen Essener offenbarten auf den Außenbahnen immer wieder konteranfällige Räume, die sich unsere Elf im Laufe des zweiten Durchgangs immer besser zu Nutze machte.

 

So hatte RWE nun alle Hände voll zu tun die beherzt anrennenden Wiedenbrücker im Zaum zu halten und musste sich schließlich doch geschlagen geben, als David Loheider eine Flanke des eingewechselten Daniel Schaal mit dem Hinterkopf ins lang Eck verlängerte (68.).

 


Der zweite Strich mit dem Vogelkasten – Nach seinem Treffer bei Alemannia Aachen erzielte David Loheider gegen RW Essen seinen zweiten Wiedenbrücker Treffer mit dem (Hinter-) Kopf.

 

Damit leitete unser Sturmführer die beste Wiedenbrücker Phase im Spiel ein, in der Daniel Brinkmann, Patrick Schikowski und gleich zwei Mal David Loheider beste Möglichkeiten auf die mittlerweile nicht unverdiente Führung besaßen.

 

Tja. Und was dann passierte, ist vielleicht Teil des Charakters dieser alles andere als leichten Saison. Denn inmitten dieser Drangphase erzielte Essen mit der ersten (halb) Chance des zweiten Durchgang unvermittelt die Führung (81.). Denn da flog ein an sich unambitionierter Chipball von Kai Pröger in den Wiedenbrücker Strafraum wo der Ball nach einiger Konfusion Enzo Wirtz vor die Füße fiel, der keine Mühe hatte zum 1:2 einzunetzen und unsere Jungs damit empfindlich traf.

 

Zwar mühten sich alle Schwarzblauen in den letzten Minuten redlich um den neuerlichen Ausgleich, glücken wollte der letztlich aber nicht mehr.

 


Vergeblich gestreckt – Auch dem eingewechselten Tammo Harder war kein Treffer mehr vergönnt. Auch wenn in dieser Szene Winnetou (@ den Tierschutzverbund: Iltschi und Hatatitla standen während des Spiels an der Tenne an der Tränke und waren bestens versorgt) nicht mehr eingreifen kann.

 

„Natürlich sind wir alle enttäuscht, da wir heute ganz bestimmt nicht die schlechtere Mannschaft waren. Nach dem 1:1 waren wir am Drücker und drauf und dran das Spiel für uns zu entscheiden. Darum ist es umso bitterer, dass wir wieder ohne Punkte vom Platz gehen. Nichts desto trotz, werden wir uns jetzt schütteln, eine gute Trainingswoche absolvieren und dann in Lippstadt wieder angreifen“, nahm unser Coach viel Gutes aus der Partie mit.

 

Zum offiziellen Ende der Hinserie reist der SC Wiedenbrück dann am kommenden Samstag zum SV Lippstadt. Anstoß im neuen Stadion am Bruchbaum ist um 14 Uhr.

 

Alle Daten zum Spiel