10.08.2019 - 1:1 beim FC Gütersloh

Später Stich ins Herz

So ziemlich genau 26 Sekunden haben dem SC Wiedenbrück zu seinem Auftaktsieg in der Oberliga Westfalen gefehlt. In einem Spiel, dass lange Zeit von der sagenhaften Kulisse und der Auftaktspielpannung lebte, brachte Aday Ercan unsere Elf nach 72 Minuten nicht unverdient in Führung, Nick Flock glich tief in der Nachspielzeit zum 1:1 aus.

 

2.140 Zuschauer im Heidewald gaben dem Eröffnungsspiel der Oberliga einen fantastischen Rahmen und sorgten für prächtige Stimmung, zu der auch die zahlreich angereisten Wiedenbrücker Fans auf der Gegengeraden einen kräftigen Teil beisteuerten.

 


Tolle Kulisse – Trotz des Regens in der zweiten Halbzeit feuerten die Wiedenbrücker Schlachtenbummler ihre Mannschaft lautstark an

 

Zum Meisterschaftsauftakt vertraute Björn Mehnert der Elf, die genau vor einer Woche im Westfalenpokal beim TuS Erndtebrück 5:1 gewann und bot mit Maik Rubzov, Lukas Demming, Aday Ercan und Phil Beckhoff gleich vier Spieler auf, die in der vergangenen Saison in der A-Jugend aufliefen: „Wir wollten mutig sein und haben uns darum bewußt für die jungen Leute entschieden, die das heute mit ihrer Leistung auch alle gerechtfertigt haben“, freute sich unser Coach über den Auftritt seiner „jungen Wilden“, die allesamt vollkommen überzeugten.

 


Schrecksekdunde – Vadim Thomas musste nach einem Zusammenprall kurzzeitig behandelt werden.

 

Bis der Fußballabend in Gänze aber so in Gang kam, verlangte es den Zuschauern schon etwas Geduld ab. Denn in einer hochnervösen Anfangsphase waren alle 22 Akteure zunächst nur darauf konzentriert dem Gegner keine Fehler und damit keinen Raum für schnelle Angriffe anzubieten.

 

Einzig eine Ecke von Phil Beckhoff, die an Mann und Maus vorbei durch den Fünfer rauschte (5.), sowie eine mutige Tat von Maik Rubzov, der Sinan Aygün die Kugel vom Fuß fischte (8.) bildeten die einzigen Torraumszenen der ersten halben Stunde.

 


Kaum zu stoppen – Phil Beckhoff zählte zu den auffälligsten Wiedenbrücker Kicker

 

Anschließend bimmelte es dann gleich in beiden Gehäusen, jedoch fand der Kopfballtreffer von Tim Geller nach einem Eckstoß (32.) ebenso wenig Anerkennung wie ein Abseitstreffer der Gastgeber (35.).

 


Kniffelige Entscheidung – Von allen Insassen des Heidewald, hatte nur einer den Eckstoß von Phil Beckhoff im Toraus gesehen. Zum Wiedenbrücker Leidwesen hat ausgerechnet der eine orange – gelbe Fahne dabei.

 

War der SC Wiedenbrück bemüht sich aus einem sicheren Spielaufbau dann irgendwann auf den Weg in Richtung Gütersloher Tor zu machen, lag Schwerpunkt der Hausherren auf Konterkationen, die vornehmlich der Ex-Wiedenbrücker Saban Kaptan einleitete.

 

Nach dem Wechsel gewann das Spiel mit einsetzendem Regen deutlich an Intensität. Zudem verlieh die Einwechslung von Viktor Maier (für Vadim Thomas) noch eine Handvoll extra – PS, die nach 72 Minuten die Wiedenbrücker Führung einleiteten. Denn da stibitzte er zusammen mit Aday Ercan den Güterslohern im Aufbauspiel clever die Kugel und „Adi“ knipste am herauseilenden Jarno Peters vorbei zum 1:0 für den SCW!

 


Letzte Anweisungen – Björn Mehnert gibt Viktor Maier kurz vor seiner Einwechslung noch den ein oder anderen Tipp mit auf den Weg.

 

In der Folge boten sich 2 x Oliver Zech, der zwei Fernschüsse knapp verzog und Viktor Maier (frei vor Jarno Peters) gleich mehrfach die Möglichkeit auf 2:0 zu erhöhen und damit wohl die Entscheidung herbeizuführen.

 

So gelang es unserer Elf den FCG weit vom eigenen Tor fern zu halten, so das Maik Rubzov nur einmal bei einem Freistoß die Torwarthandschuhe auspacken musste.

 

Umso bitterer dann der Treffer von Nick Flock in der Nachspielzeit, der nach einer weiten Hammerwurfflanke im Strafraum an die Kugel kam und leicht abgefälscht zum 1:1 Ausgleich traf.

 


Sofort Frotteeschlafanzug an und ohne Abendessen ins Bett – Nick Flock dürfte nach seinem späten Ausgleichstreffer von Papa Dirk zudem die ein oder andere Taschengeldreduzierung erwarten.

 

„Ich habe ein nervöses Fußballspiel mit vielen Ungenauigkeiten gesehen. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht und bis auf den letzten Pass richtig gut gespielt. Aufgrund der fussballerischen Leistung hätten wir den Sieg mehr verdient, aber letztlich zählen im Fußball die Tore und da jede Mannschaft nun mal eins erzielt“, war Björn Mehnert mit der Leistung seiner Mannschaft absolut zufrieden, hatte, wie alle Wiedenbrücker an diesem Abend, aber noch kräftig an dem späten Ausgleich zu knabbern.

 

Für den SC Wiedenbrück geht es jetzt am kommenden Sonntag mit einem Heimspiel gegen die TSG Sprockhövel weiter. Anstoß im Jahnstadion ist um 15 Uhr!