01.12.2018 - Ausgleich in der 93. Minute

Stich ins Herz

Nach einem unfassbarem Drama trennt sich heute Nachmittag der SC Wiedenbrück mit 2:2 (1:0) vom SV 19 Straelen.

 

Bis in die Nachspielzeit bot unsere Mannschaft eine kampfstarke, disziplinierte und willige Mannschaftsleistung. In jeder Szene merkte man unseren Jungs an, dass sie Willens waren sich mit einem Sieg am eigenen Triktotkragen ein Stück weit aus dem Schlamassel zu ziehen. Und was nach zwei sensationellen Toren von Oliver Zech und Daniel Brinkmann bis zur 93. Minute auf einem super Weg war, fiel nach einem unglücklichen Handelfmeter und dem folgenden Ausgleich zum 2:2 in der Nachspielzeit in in blanker Trauer in sich zusammen.

 

Björn Mehnert schickte im Vergleich zum Pokalspiel beim 1. FC Kaan – Marienborn beinahe die deckungsgleiche Elf auf den Rasen, einzig Tim Geller musste links hinten Daniel Latkowski weichen.

 


Es reißt nicht ab – Der starke Daniel Latkowski zog sich bei seinem Startelfcomeback eine Oberschenkelverletzung zu und droht in den kommenden Wochen auszufallen.

 

Die elf Startspieler zahlten das entgegengebrachte Vertrauen dann auch umgehend zurück. Aus einer stabilen 4:2:3:1 Grundordnung pressten sie den Straelener Spielaufbau immer wieder effektiv an und ließen die Gäste so nur sporadisch in die eigene Hälfte.

 

Bereits nach vier Minuten verzeichnete Schwarzblau die ersten Torgelegenheiten, als Daniel Brinkmann einschussbereit geblockt wurde (4.), Patrick Schikowski einen Freistoß nur um schokoladenadventskalenderbreite über das Tor setzte (24.) und Marco Pollmann gleich zwei Mal seinen Meister in David Buchholz fand.

 


Nicht auszuhalten – Der SC Wiedenbrück ließ im Spielverlauf zahlreiche beste Chancen liegen. Hier fischt David Buchholz Patrick Schikowski die Kugel vom Fuß.

 

Wurden die Wiedenbrücker Zuschauer bis kurz vor den Halbzeitpfiff auf die Folter gespannt, so entschädigten sie Daniel Brinkmann und Oliver Zech nach 42 Minuten mit einem absoluten Bilderbuchtor. Denn da nahm unser Kapitän eine flauschweiche Flanke von Daniel Brinkmann im Zentrum volley und jagte die Kugel technisch perfekt zur 1:0 Führung flach unten ins rechte Eck.

 

Nur vier Minuten nach der Pause griff Daniel Brinkmann dann gleich nochmal tief in die Trickkiste. Mit einer verhexten Mischung aus Heber, Schlenzer und Boomerangwurf versenkte er die Kugel von der linken Torausseite zum 2:0 im rechten Winkel und tupfte sich anschließend in einem streng katholischen Jubel wie seinerzeit der Heiland in dem Leinentuch von Simon von Cyrene mit der Eckfahne den Schweiß aus dem Gesicht (49.).

 


Da war das Lachen zurück – David Hüsing feiert mit Daniel Brinkmann ein wirklich außergewöhnliches Tor. Leider reichte der Treffer nicht zum Sieg.

 

Gerieten die knapp 400 Zuschauer im Jahnstadion ob der guten Leistung und der fantastischen Tore für ostwestfälische Verhältnisse in so etwas wie blanke Extase, rauften sie sich kurz danach kräftig die Haare, als Marco Pollmann aus kurzer Distanz einen Straelener Abwehrspieler auf der Linie anschoss und so das 3:0 und die Vorentscheidung verpasste.

 


Guter Auftritt – Marco Pollmann bestätigte auf der rechten Seite seine guten Leistungen und hätte mit einem Quentchen Glück sogar seinen ersten Regionalligatreffer erzielt.

 

Hatten die Gästen bei denen eine handvoll Stammspieler aufgrund eines hartnäckigen Grippevirus nicht mit nach Wiedenbrück gereist waren, bis dahin eher sporadisch am Spiel teilgenommen, fanden sie durch das 1:2 von Shun Terada gute 20 Minuten vor dem Ende dann noch einen offenen Schlitz um in das Spiel zurückzukehren.

 

Aber auch jetzt verteidigte der SCW bissig, konzentriert und mit allem notwendigen Willen, so dass die Gäste bis auf einen Freistoß, der weit über das Asphalt des angrenzenden Ostrings flog, keine echten Einschussgelegenheiten.

 

Bis, ja bis, zur dritten Minute der Nachspielzeit, als Oliver Zech im Strafraum der Ball weder absichtlich noch im Rahmen einer unnatürlich Bewegung an die Hand sprang und Schiedsrichter Florian Wisse auf den Elfmeterpunkt zeigte.

 


Da ist es schon passiert – Die Flanke von der rechten Seite ist Oliver Zech an die Hand gesprungen. Die unfassbare Tragik: Unser Capitano bot eine überragende Leistung, erzielte den ersten Treffer selbst und leitete dann mit einem unverschuldeten Handspiel den Ausgleich ein.

 

Kevin Weggen packte das vorgezogene Weihnachtsgeschenk mit einen strammen Schuss in die linke Ecke aus, stellte auf 2:2 und entriss dem SC Wiedenbrück damit in letzter Sekunde den verdienten Sieg.

 

„Wir sind natürlich maßlos enttäuscht. Wir haben das Spiel kontrolliert und hatten in beiden Halbzeiten viele gute Möglichkeiten, um weitere Tore zu machen. Wir haben den Fight angenommen, haben fussballerisch die besseren Akzente gesetzt und müssen uns eigentlich nur den Vorwurf gefallen lassen, nicht das 3:0 und damit die Entscheidung erzielt zu haben“, war Björn Mehnert mit der Leistung seiner Jungs zwar absolut einverstanden, aber eben auch unter dem brettharten Eindruck des späten Ausgleichs stand.


The Schikowski’s – Am Samstag standen sich Patrick und Fabian Schikowski im Bruderduell gegenüber.

 

Weiter geht es für unsere Mannschaft bereits am kommenden Freitag mit einem Auswärtsspiel bei der U23 von Borussia Mönchengladbach. Anstoß im Grenzlandstadion zu Rheydt ist um 19:30 Uhr.