15.04.2018 - 1:4 in Dortmund

Viel mehr konnte auch nicht schief gehen

Wenn nach knapp 20 Minuten einer Regionalligapartie der etatmäßige Torhüter und der Zehner auf der Tribüne inmitten der mitgereisten Wiedenbrücker Zuschauer sitzen, ist dies ein untrügliches Indiz dafür, dass irgendetwas nicht unerheblich schief gelaufen ist.

 

Und so war es denn auch. Bereits nach sieben Minuten brachte Marcel Hölscher seinen ehemaligen Teamkollegen Paterson Chato im Rahmen einer Nothalteaktion im eigenen Fünfer zu Fall und kassierte folgerichtig von Schiedsrichter Philipp Hüwe nicht nur einen Elfmeterpfiff, sondern zudem auch noch die rote Tapete und damit die Sitzplatzkarte für der Haupttribüne. Im gleichen Zug wechselte unser Trainerteam Marius Weeke für Daniel Brinkmann ein und funktionierte ihn damit aus der Not geboren zum Wiedenbrücker Fanbetreuer um.

 

Borussia Dortmund U23 - SC Wiedenbrueck
Akteinzeichen XY, Studio Dortmund – Marcel Hölscher wurde beim Ziehen einer Notbremse auf frischer Tat ertappt.

 

Als dann Herbert Bockhorn den Strafstoß zum 0:1 versenkte und nur 15 Minuten später Gianluca Rizzo mit dem zweiten Dortmund Angriff auf 0:2 erhöhte, hätte bis zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht viel mehr schief laufen können.

 

Fortan stabilisierte sich unsere Elf jedoch bildete in einer 4:4:1 Ordnung einen stabilen Defensivverbund, der sich kaum noch ausspielen ließ und hatte auf der Gegenseite ebenfalls einen Strafstoß verdient, als Aygün Yildirim auf der Strafraummarkierung zu Fall gebracht wurde, Schiedsrichter Hüwe den Tatort aber knapp außerhalb des Sechzehners erkannt haben wollte.

 

Borussia Dortmund U23 - SC Wiedenbrueck
Trotzdem getroffen – Ayügn Yildirim behauptete sich in den Duellen mit den baumlangen Dortmunder Innenverteidigern beachtlich und erzielte den Anschluss zum 1:3.

 

Nackenschlag Nummer drei ereilte unsere Jungs dann gleich nach Wiederanpfiff, als Paterson Chato einen langgezogenen Freistoß auf den zweiten Pfosten über die Linie drückte und auf 3:0 erhöhte.

 

Aber auch diesen Treffer steckte der SCW weg, spielte anschließend munter nach vorne und hebelte den BVB ein ums andere mal mit flinken Umschaltaktionen aus. So hätten Marvin Büyüksakarya oder Yannick Geisler bereits verkürzen können, ehe Aygün Yildirim im 1:1 gegen Dominik Reimann die Nerven behielt und zum 1:3 einschob (63.).

 

Borussia Dortmund U23 - SC Wiedenbrueck
Starke Partie – Yannick Geisler zählte zu den besten Wiedenbrückern und verpasste kurz vor dem Ende den 2:3 Anschlußtreffer nur knapp.

 

Im Anschluss hätten Stipe Batarilo, Michél Harrer oder erneut Yildirim bei ihren Torchancen das Spiel vollends verrückt machen können, aber dieser Tag war wohl schlicht nicht für ein Wiedenbrücker Fußballwunder gemacht worden.

 

So schlichen nach Abpfiff unsere Jungs zwar geknickt in die Kabine, Björn Mehnert war mit dem Auftritt seiner Jungs aber gar nicht Mal unzufrieden: „In der 2. Halbzeit ziehe ich den Hut vor meiner Mannschaft. Sie hat Moral gezeigt, in den letzten 20 Minuten nochmal richtig Druck gemacht und das 2:3 nur knapp verpasst. Wir haben uns hier in Unterzahl fünf oder sechs richtig große Chancen rausgespielt und gezeigt, dass wir über eine richtig gute Physis verfügen, darum bin ich mit dem Nachmittag, trotz der Niederlage, nicht unzufrieden“, zollte unser Coach seinen Jungs für die gezeigte Leistung Respekt.

 

Fortuna Duesseldorf - SC Wiedenbrueck
Langsam wieder aufbauen –  Marius Weeke war nach sieben Minuten von Null auf Hundert gleich voll gefordert und zeigte eine ruhige und solide Leistung.

 

Ebenfalls positiv: Die ganz große Gelegenheit traurig zu sein haben unsere Jungs eh nicht. Denn nach einem freien Montag, geht es nach dem Abschlusstraining am Dienstag bereits am Tag darauf in Köln bei der dortigen Viktoria weiter. Und vielleicht ist das Stadion Höhenberg dann ja ein besserer Ort für das ein oder andere kleine Fußballwunder!

 

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