17.02.2018 - 0:3 in Aachen

Wie vernagelt

Die Geschichte mit dem Tivoli und dem SC Wiedenbrück wird in diesem Fußballleben wohl keine schöne mehr. Zumindest aus Wiedenbrücker Sicht. Denn mit 0:3 (0:1) musste sich die Mannschaft von Björn Mehnert am Ende (mal wieder) geschlagen geben und gab dabei (mal wieder) über weite Phasen ein richtig gutes Spiel ab.

 

Da neben Viktor Maier (5. gelbe Karte), Tammo Harder, Carsten Strickmann (beide Grippe), Maximilian Müller (Muskelfaserriss) auch kurzfristig noch Tristan Duschke mit einer Beckenprellung fehlte und Robin Twyrdy nach Schulterbeschwerden zunächst nur auf der Bank platz nahm, schmolzen die Startelfoptionen beim SCW deutlich zusammen.

 

Alemannia Aachen - SC Wiedenbrueck
Bitter – Neco Mohammad musste zur Mitte der ersten Hälfte mit einer Blessur an der rückwärtigen Oberschenkelmuskulatur ausgewechselt werden. Für kam der Ex-Alemanne Daniel Brinkmann auf’s Feld.

 

Trotzdem fand unsere Mannschaft speziell in den ersten 20 Minuten ausgezeichnet in die Partie. Ihr gelang es die weiten Aachener Bälle auf Joy Slayd Mickels zu kontrollieren und erspielte sich selbst gleich zwei 100% Möglichkeiten, als jeweils Aygün Yildirim frei vor dem bärenstarken Mark Depta auftauchte, aber jeweils am Aachener Fänger scheiterte (5. + 22.).

 

Unsere Elf agierte gut organisiert, kompakt und gab den Gastgebern keinerlei Räume preis, die diese zu schnellen Angriffen hätten nutzen können.

 

Da war es dann doppelt bitter, dass die Alemannia gleich mit dem ersten Torschuss in Führung ging, als Mergim Fejzullahu den Rebound nach einem hohen Ball per Fallrückzieher über die Linie jagte (37.).

 

Stellte dieser Treffer den Spielverlauf auf den viel zitierten Kopf, benötigte der SCW einige Minuten um sich von diesem Tiefschlag zu erholen.

 

Alemannia Aachen - SC Wiedenbrueck
Kurios – Aus dem Spiel heraus generierten die Gastgeber bis kurz vor dem Ende keinerlei Torchancen. Erst als der SCW gegen Ende die Deckung lockert, brachten ein, zwei Konter etwas Torgefahr.

 

Aber auch nur, um direkt nach Wiederanpfiff mit bulliger Vehemenz auf den Ausgleich zu drängen und so Torchancen im Fünfminutentakt herauszuspielen.

 

Den Anfang machte ein Schuss von Aygün Yildirim, der in höchster Not geblockt wurde (49.), ehe in der Anschlussaktion Mark Depta mit einer schier unfassbaren Parade einen Yildirim Kopfball noch an die Querlatte lenkte (52.).

 

Nur wenige Minuten später hatten die mitgereisten Wiedenbrücker Fans im nicht ganz ausverkauften Gästeblock den Torschrei erneut auf den Lippen, als Marvin Büyüksakarya die Kugel perfekt für Aygün Yildirim ablegte, dieser aber in Rückenlage geriet und das Spielgerät in Richtung Fangzaun schickte (57.).

 

Alemannia Aachen - SC Wiedenbrueck
Sollte nicht sein – Aygün Yildirim gab über 90 Minuten eine richtig gute Leistung ab, biss sich im Abschluss leider nur die Stollen an Aachens Schnapper aus.

 

Auf der Gegenseite machte Joy Slayd Mickels wenige Minuten später, dass was die Alemannia eigentlich immer macht, wenn sie gegen den SC Wiedenbrück unter Druck gerät: Er jagte die Kugel aus gut 23 Meter per Vollspann in den rechten Winkel und stellte so mit dem zweiten Torschuss auf 2:0 (64.).

 

Unsere Elf mühte sich im Anschluss zwar fleißig um den Anschluss herzustellen, in Anbetracht dieser schlicht nicht zu bezwingenden Aachener Effizienz fehlten nun aber die letzten PS um dem Spiel noch eine Wendung zu geben.

 

Alemannia Aachen - SC Wiedenbrueck
Debüt – Es hätte sicherlich positivere Umstände für den ersten Einsatz beim SCW geben können. Dennoch deutete Michél Harrer gleich mehrfach seine Torgefahr an. Ein Treffer blieb aber auch ihm verwehrt.

 

So musste unsere Jungs in der Schlussphase dann noch das 0:3 hinnehmen, als Meik Kühnel die Kugel von halbrechts flach ins linke Eck drosch (81.).

 

„Letztlich muss man sagen, dass der Sieg für Aachen verdient war. Wir hatten zwar einen guten Plan, sind gut organisiert aufgetreten, haben uns dann aber durch individuelle Fehler um den Lohn gebracht. Trotzdem haben wir hier kein schlechtes Spiel gemacht und hätten speziell zu Beginn der zweiten Halbzeit mehrfach die Gelegenheit gehabt, das Spiel noch zu drehen“, haderte Björn Mehnert in der anschließenden PK mit dem bitteren Spielausgang.

 

In der kommenden Woche geht es für den SC Wiedenbrück dann gleich kernig weiter, denn am Samstag gibt ab 14 Uhr RW Essen seine Visitenkarte im Jahnstadion ab.

 

Alle Daten zum Spiel