11.05.2019 - Trotz eines 2:1 Siegs bei RW Essen

Wiedenbrexit

Der SC Wiedenbrück verlässt die Regionalliga.

 

Viel bitterer geht es wohl nicht mehr: Trotz eines starken 2:1 Siegs bei RW Essen besiegelten die Ergebnisse des SV Straelen und des Bonner SC das Schicksal unserer Mannschaft. Denn vor dem letzten Spieltag beträgt der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz uneinholbare fünf Zähler.

 

Dabei tat unsere Elf alles, um den Funken Hoffnung auf das Wunder weiter glimmen zu lassen. In einem typischen Hafenstraßenspiel stand der SCW in der Defensive clever und gut organisiert und zog den Gastgebern so verhältnismäßig schnell den spielerischen Zahn.

 


Starker Auftritt – Lukas Demming stand erneut in der Startelf, überzeugte spielerisch und ließ sich auch von einer klaffenden Platzwunde nicht aufhalten.

 

Als dann nach und nach die nadelstichartig vorgetragenen Umschaltaktionen an Schärfe und Präzision gewannen, war es an Boris Tomiak eine scharf hereingepeitschte Schaal-Flanke etwas ungestüm zum 0:1 über die Kreidestrich zu bugsieren (48.).

 

Selbst der sehenswerte Ausgeleich von Timo Brauer, der die Kugel aus acht Meter in den Giebel jagte, änderte nichts am Spielgeschehen. Denn nur drei Minuten später schoss Kamil Bednarski seine Jungs wieder mit 2:1 in Front und leitete so eine skurrile Schlussphase ein.

 


Alles war wie immer – Essen spielt, Wiedenbrück schießt die Tore. In insgesamt acht Spielen im Stadion Essen ging der SCW nur zwei Mal als Verlierer vom Platz.

 

Während dem Essener Anhang nun endgültig der Geduldsfaden riss und die über 5.000 Zuschauer lautstark ihrem Unmut Ausdruck verliehen, waren alle anwesenden Wiedenbrücker irgendwo zwischen Spielfeld, Smartphone, Hoffen und Bangen gefangen.

 


Alles wie immer – Auch Kamil Bednaraski erzielte sein obligatorisches Tor für den SC Wiedenbrück im Stadion Essen.

 

Nachdem dann aber die verrückten Ergebnisse des SV Straelen (besiegt Tabellenführer Viktoria Köln mit 2:0) und des Bonner SC (gewinnt bei Alemannia Aachen mit 2:1) Gewissheit waren, senkte sich die Trauer und Enttäuschung über alles was schwarzblau im Herzen trägt.

 


Alle traurig – Während Marcel Hölscher die Zuneigung seines Frotteehandtuchs sucht, richtet Viktor Maier den Blick schon wieder nach vorne.

 


Gesenkte Köpfe – Der Schmerz ist unseren Jungs anzusehen. Drücken wir ihnen die Daumen, dass es gelingt schnell die Köpfe wieder frei zu bekommen und spätestens beim Westfalenpokalfinale in Rödinghausen nochmal das scheinbar Unmögliche möglich zu machen.

 

„Wir sind heute leidenschaftlich und hochkonzentriert aufgetreten. Hätten wir mehr von diesen Spielen gezeigt, in denen wir bis zum Ende alles reinknallen, wären wir nicht abgestiegen. Am Ende des Tages lügt die Tabelle aber nicht und wir stehen zurecht dort wo wir stehen. Wir sind jetzt alle total niedergeschlagen, werden uns die nächsten Tage aber schütteln und dann alles daransetzen, um gegen Rödinghausen den Westfalenpokal zu gewinnen“, richtete Björn Mehnert als erster den Blick nach vorne und schob gleich eine kantige Kampfansage für die kommende Saison hinterher:

 

„Im nächsten Jahr müsst ihr hier ohne uns auskommen, aber dann sind wir wieder da“.

 

Dem ist nichts hinzuzufügen.