05.06.2021 - 2:2 in Lotte

56 verrückte Punkte

So, der Dackel ist gefönt und die Regionalligasaison 2020/21 ist Geschichte: Borussia Dortmund II ist (vorbehaltlich der traditionellen Essener Klagewelle) auf und der SV Bergisch Gladbach abgestiegen.

 

Der SC Wiedenbrück geht nach 40 Spieltagen auf dem zehnten Tabellenplatz durch’s Gartentor in Richtung Sommerpause und darf sich über eine herausragende Saison, samt neu aufgestelltem Punkterekord mit 56 verrückten Zählern und dem dritten Platz in der Auswärtstabelle freuen.

 

Dass es durchaus auch 58 Punkte und damit der achte Tabellenplatz hätte werden können, beschäftigte unsere Elf nach dem 2:2 (0:1) gegen die Sportfreunde Lotte direkt nach Abpfiff sichtlich, dürfte in einer späteren Rückschau den tollen sportlichen Erfolg aber nicht im geringsten schmälern.

 

„Wenn man so kurz vor dem Ende 2:1 führt, ärgert man sich natürlich darüber. Aber letztlich müssen wir auch mal Fünfe gerade sein lassen. Wir haben super Saison gespielt, bei der das Positive bei weitem überwiegt und mit der wir extrem gut Leben können“, hatte Daniel Brinkmann kurz nach dem Abpfiff den späten Ausgleich auch emotional schon weggeatmet.

 

Bis dahin hatten die 500 Zuschauer im Stadion am Lotter Kreuz, die dem Spiel einen tollen Rahmen und eine super Atmosphäre verliehen, ein kurzweiliges Spiel gesehen, in dem beide Mannschaften voll auf Sieg spielten.

 


„Sekt für die Mitarbeiter:innen in nicht vertikalen Beschäftigungsverhältnissen, Champanger für uns“ – Die Laktat-Ultras in der Westkurve peitschten den SC Wiedenbrück über 90 Minuten nach vorne.

 

Unsere Elf erwischte einen nahezu perfekten Start und tauchte in Person von Ufu Osawe nach nur zwei Minuten frei vor dem Lotter Tor auf, wo unser Sturmführer die Kugel aber nicht im Gestänge unterbringen konnte.

 


Haarscharf – Der emsige Ufu Osawe verfehlte die frühe Führung nur knapp.

 

In der Folge kamen die Gastgeber immer besser ins Spiel und ließen erste Chancen aus, als Luca Beermann gegen Exauce Andzouana spektakulär hielt (13.) und wenig später Lotte nach einer wilden Szene nur den Pfosten traf (19.).

 


Durchatmen – Der starke Luca Beermann benötigt in dieser Szene Hilfe des linken Aluminiums.

 

15 Minuten später gingen die Gastgeber dann aber doch in Führung, als Andzouana eine Flanke von der rechten Seite aus fünf Meter unhaltbar einnickte und damit das 1:0 erzielte. Spätestens als Oliver Zech Sekunden vor der Halbzeit nochmal artistisch auf der Linie klären musste, erhielt Halbzeitführung der Sportfreunde dann auch das Prädikat „verdient“.

 

Nach dem Wechsel änderte sich die Szenerie dann aber gänzlich. Mit dem eingewechselten Phil Beckhoff ließ Daniel Brinkmann das offensive Gaspedal bis zum Anschlag durchdrücken und wurde nun Zeuge, wie Angriff um Angriff auf das Lotter Tor zurollte.

 


Der letzte Maier – Haken in schwarz-blau – Im Verlauf der zweiten Halbzeit lief auch Viktor Maier zum letzten Mal für den SC Wiedenbrück auf. Viktor wechselt zu Eintracht Rheine, dafür wünschen wir Dir ganz viel Glück und noch mehr Gesundheit!

 

Erste Chancen erspielten sich Phil Beckhoff, Tim Geller und Hendrik Lohmar, die ihre Schüsse aber entweder noch zu hoch oder zu unpräzise abfeuerten.

 

Nach gut einer Stunde hatten alle Beteiligten das Zielfernrohr dann aber korrekt justierte und Phil Beckhoff schob nach einer Volleyabnahme des erneut starken Leon Tia trocken zum 1:1 Ausgleich ab.

 


„Der Wagenheber“ – Leon Tia und Phil Beckhoff präsentierten nach dem 1:1 einen hydraulischen Torjubel. „Wir wollten zum Start der Sommerreifensaison ein Zeichen setzen. Ein wenig mehr Profil würde uns allen gut tun“. Phil Beckhoff pumpt die Hebebühne hoch, Tim Geller kontrolliert den Ölstand.

 

Nachdem auf der Gegenseite „Krake“ Beermann nochmal die Pranken ausfahren musste, begann die beste Wiedenbrücker Phase, als Leon Tia, Ufu Osawe und gleich zwei Mal Bjarne Pudel hochkarätigste Torchancen auf dem Schlappen hatten, die Führung aber jeweils verpassten.

 

Für den Führungstreffer war dann eine listige Aktion von Phil Beckhoff notwendig, der den Sportfreunden die Kugel im Spielaufbau entwendete und trocken zum 2:1 vollstreckte (85.).

 


Danke Phil – Mit 15 Treffern schob sich Phil Beckhoff auf den vierten Platz der Regionalligatorjägertabelle und verabschiedet sich damit in Richtung Mönchengladbach. Leon Tia kraut nochmal das Haupthaar und wir freuen uns auf ein Wiedersehen in der kommenden Saison!

 


Phiiiiiiiiiiiiiiiiiil – Nachdem Treffer zum 2:1 forderte die Westkurve das Trikot, Alimente und einen Satz Sommerreifen von Phil Beckhoff.

 

Aus Wiedenbrücker Sicht hätte es das dann auch gern sein dürfen, mit der Regionalliga in diesem Jahr. Aber „leider“ besorgte der aufgerückte Dino Bajric im direkten Gegenzug das 2:2 und stellte damit den alles in allem nicht ganz unverdienten Ausgleich her.

 


Wie ein alter Hase – In den Schlussminuten kam Patrick Poppe zu seinem ersten Regionalligaeinsatz und blieb gegentorfrei! Damit schob er sich statistisch gesehen locker an Marcel Hölscher und Luca Beermann vorbei auf Rang eins unter den Torleuten.

 

Damit verabschieden sich unsere Regionalligakicker in die wohlverdiente Sommerpause. Die Kugel rollt dann erst wieder am Sonntag, 10. Juli zum offiziellen Trainingsauftakt der kommenden Saison. Trainingsplan und genau Testspielansetzungen folgen an dieser Stelle.

 

Bis dahin: Bleiben Sie gesund und drücken Sie die Daumen, dass dann auch wieder Zuschauer in den Stadien zugelassen sind und der Fußball damit seinen ganz besonderen Reiz zurückgewinnt.

 


Bitte nicht ansprechen – Direkt nach Abpfiff schalteten Hendrik Lohmar und Tim Geller in den Sommerpausenmodus. Helmut kommt gleich und verkauft Sonnenbrillen.