24.09.2020 - Niederlage gegen Borussia Dortmund II

Den Lohn nicht abgeholt

Der SC Wiedenbrück hat sein Regionalligaspiel gegen die U23 von Borussia Dortmund mit 1:4 (1:0) verloren. Was Ende nach einer klaren Sache aussah, was über weite Strecken aber nicht. Denn zur Pause führte der SCW nicht unverdient durch ein fantastisches Tor von Phil Beckhoff, ehe der BVB nach der Pause zunächst schnell ausglich und anschließend durch teils kuriose Treffer das Spiel für sich entschied.

 

Im Vergleich zum Spiel gegen den Bonner SC fehlte Hendrik Lohmar aufgrund einer Verletzung am Schienenbeinkopf in der Startaufstellung. Für ihn übernahm, wie schon im DFB-Pokal, Bjarne Pudel die defensive Zentrale.

 


Starkes Zentrum – Bjarne Pudel hielt gegen den Dortmunder Nachwuchs auf Augenhöhe mit und hatte im ersten Durchgang sogar die Führung auf dem Fuß.

 

Der Spielverlauf hingegen glich in den ersten Minuten so gar nicht der Bonner Hochglanzvorstellung unserer Mannschaft vor gut einer Woche. Denn vom Start weg vertikutierte die Dortmunder Kombinationsmaschine in einem atemberaubenden Tempo.

 

Angetrieben von einem bärenstarken Marco Hober in der Zentrale ließen die schwarz-gelben Kicker, die Kugel wie in einem Lehrfilm in der Trainerausbildung laufen und ließen dabei die Frage im Raum stehen, wann denn genau unsere Jungs den Kugel denn auch mal haben dürften.

 

Nach einer knappen Viertelstunde änderte sich dann aber die Szenerie vor den 300 Zuschauern in Jahnstadion. Unsere Mannschaft bekam immer öfter einen Keil in den Dortmunder Spielaufbau und entschied jetzt immer mehr Zweikämpfe für sich. Endgültig in Kippen brachte die Partie Phil Beckhoff nach 32 Minuten, als er im Anschluss an einen Einwurf von Leon Tia die Kugel aus gut 16 Meter mit einer unglaublichen Flugkurve im Dortmunder Winkel verstaute und seine Jungs so in Führung brachte.

 


Wie weiland Jürgen Hingsen – Leon Tia bereitete das 1:0 durch Phil Beckhoff durch einen weiten Einwurf vor.

 

Bis zur Pause boten sich Viktor Maier und Niklas Szeleschus gleich mehrfach die Gelegenheit die Führung auszubauen, aber entweder war Luca Unbehaun im Weg oder der Abschluss geriet zu ungenau, um bis zur Pause einen weiteren Treffer zu erzielen.

 

Agierte der BVB vor der Pause zwar kombinationsstark aber wenig zielstrebig, so schon Enrico Maaßen seinen Jungs in der Halbzeitpause das Navigationsgerät entscheidend nachjustiert zu haben.

 

Denn bereits vier Minuten nach Wiederanpfiff glich der Profinachwuchs aus, Alaa Bakir mit etwas Glück einen abgefälschten Ball zum Ausgleich ins Netz sandte.

 

Bitter: Mit den nächsten beiden Angriffen bot sich Phil Beckhoff gleich zwei Mal in bester Schusspositionen die Chance auf die neuerliche Führung. Jedoch scheiterte er jeweils freistehend am starken Unbehaun in Dortmunder Tor.

 


Fluide Neun – So heißt es im Konzepttrainerdeutsch wohl die Position, die Viktor Maier am Abend extrem stark ausfüllte.

 

Fast im Gegenzug an diese beiden Aktionen gingen die Schwarzgelben dann in Führung, als es unserer Defensive nicht gelang einen hohen Ball weit genug zu klären und Steffen Tigges nur wenig Mühe hatte auf 2:1 zu drehen (64.).

 

Gefühlt schien auch zu diesem Zeitpunkt die Messe an der Rietberger Straße noch nicht gelesen zu sein, denn unsere Jungs spielten weiter mutig nach vorne und boten den Dortmundern nun empfindliche Räume, die sie durch Taylan Duman (73.) und Kolbeinn Birgir Finnsson (81.) zu zwei weiteren Treffern nutzten und letztlich mit einem 4:1 als klarer Sieger aus dem Ring stiegen.

 


Noch kurz einen Gruß da gelassen – Aday Ercan, der im vergangenen Jahr noch maßgeblich am Wiedenbrücker Aufstieg beigetragen hatte, ritzte Lucas Klantzos kurz vor Ende noch seine Initialen ins Schienenbein. Auch der Schiedsrichter war begeistert. Er zeigte gelb.

 

„Wir hatten in diesem Spiel ganz bestimmt nicht die schlechteren Chancen und hätten nicht verlieren müssen. Unterhalten müssen wir uns darüber, wie wir in den entscheidenden Szenen verteidigt haben“, hatte Daniel Brinkmann an der am Ende etwas zu hoch ausgefallenen Niederlage etwas zu knabbern.

 

Das Gute: Allzu viel Zeit zum Knabbern hat der Spielplaner auch dieses Mal nicht vorgesehen, denn bereits am kommenden Samstag trifft der SC Wiedenbrück im auf RW Ahlen. Anstoß im Wersestadion ist dann um 14 Uhr!