22.05.2021 - 3:0 Sieg in Aachen

Der Tag an dem wir den Tivoli stürmten

In dieser Saison ist vor dem SC Wiedenbrück nichts und niemand sicher! Nicht einmal der ehemals so unbezwingbare Aachener Tivoli. Nach vielen vergeblichen und in Teilen schmerzhaften Anläufen die dortige Alemannia um drei Punkte zu erleichtern, gelang unseren Jungs heute ein glatter 3:0 (0:0) Sieg, der nicht nur richtig gut herausgespielt, sondern auch in der Höhe absolut verdient war. Hendrik Lohmar, Viktor Maier und Phil Beckhoff trafen für einen mutig stürmenden SCW, der mit nun 54 Punkten den Regionalligarekord geknackt hat und mit nur noch drei Punkte Rückstand auf Rang fünf sogar Anschluss an das obere Tabellendrittel gefunden hat.

 

9:2 war nicht etwa das Longdrinkmischverhältnis auf der Rückfahrt unserer Mannschaft nach dem Sieg in Aachen, sondern das offizielle Torschussverhältnis, dass zur Pause über die Leinwände des Tivolis flimmerte und damit einen eindrucksvollen Auftritt des SC Wiedenbrück in eindeutige Zahlen goss.

 


Nicht zu bezwingen – Luca Beermann ersetzte den verletzten Marcel Hölscher (Haarriss in der Hand) bärenstark und hielt in zwei Szenen  spektakulär die Null fest.

 

Denn nach kurzer Abtastphase berannte unsere Elf das Alemannen – Tor unerbittlich und hätte zur Pause schon einen komfortablen Vorsprung herausschießen können, wenn nicht sogar müssen.

 

Aber Saban Kaptan, Niklas Szeleschus, Xhuljo Tabaku, Lukas Demming & Co. verpassten die Führung jeweils knapp und scheiterten entweder an Mario Zelic oder wurden von einem der zahllosen Abwehrbeine geblockt.

 


Ist ihm egel. Rammt ihn ruhig ungespitzt in den Boden – Niklas Szeleschus steckte auch den Seemannsköpper in die Grasnarbe weg und zeigte eine starke Leistung. Einzig Physiotherapeutin Pia Jakobtorweihen musste ihm anschließend vier Grashalme zwischen den Schneidezähnen entfernen.

 

Zum zweiten Durchgang erschien die Alemannia einen Tick stabiler auf dem Spielfeld, stand nun kompakter und versuchte vor allem durch eine körpernähere Zweikampfführung ins Spiel zu finden.

 

Wirklich gelingen wollte das aber nicht, denn zu gut organisiert und zu konzentriert nahm unsere Mannschaft den Gastgebern schnell den anfänglichen Schwung aus den Segeln und setzte dann wieder zu den messerscharfen Kontern an, die bereits in der ersten Hälfte nicht zu verteidigen waren.

 


Ein Punkt in Flensburg – Hamdi Dahmani versucht Phil Beckhoff einen Strafzettel an den Knöchel zu tackern, als er mit 60 km/h durch die verkehrsberuhigte Mittefeldzone dribbelte.

 

Scheinbar entnervt von den nicht einzufangenden Wiedenbrücker Angreifern, verloren die Gastgeber mit fortschreitender Spielzeit nach und nach die Sauberkeit in den Zweikämpfen. Dies entlud sich nicht nur in einer roten Karte für Hamdi Dahmani, der Phil Beckhoff an der Mittellinie ohne Chance auf den Ball auf die Bretter schickte, sondern auch in einer Katze-Lübbert-Gedächtnisgrätsche von Matti Cebulla, der dafür direkt vor den Trainerbänken die dunkel gelbe Tapete präsentiert bekam.

 


Ein Kontakt – ein Pfiff – einsnull – So stark unsere Elf auch spielte, zur Führung benötigte sie einen Foulelfmeter an Viktor Maier.

 

Der nächste ungehobelte Aachener Tritt leitete dann aber schon die Entscheidung ein: Marco Müller rüpelte den frei auf das Tor zustürmenden Viktor Maier von hinten um und kassierte dafür von Schiedsrichter Thibaut Scheer einen Strafstoß, den Hendrik Lohmar trocken zum 1:0 ins Netz jagte (78.).

 


Drin der Fisch – Hendrik Lohmar verwandelt, André Wallenborn setzt nach und Leon Tia hat ganz andere Pläne.

 

In den Schlussminuten brachten unsere Jungs zwei weitere zackige Angriffe ins Ziel und erhöhten durch Viktor Maier (88.) und Phil Beckhoff (90. + 1) auf 3:0 und saugten damit nicht nur den 13. Saisonsieg ab, sondern auch die Wiedenbrücker-Weltrekord-Regionalligapunkte 52 bis 54.

 

Dazu den allerherzlichsten Glückwunsch!

 

In der anschließenden Pressekonferenz freute sich Daniel Brinkmann zwar über den verdienten Sieg, litt aber auch zeitgleich mit seinem Ex-Klub, der nun seit neun Spielen auf einen Heimsieg wartet: „Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, nach Chancen hätte es da schon 4:2 oder 5:3 für uns stehen können. Wir sind dann auch nach der Pause gut rausgekommen und haben letztlich verdient gewonnen. Ich drücke der Alemannia für die kommenden Wochen und Monate fest die Daumen, denn aus meiner aktiven Zeit hier weiß ich, welche Bedeutung der Verein und der Tivoli für die Menschen hier in der Umgebung hat“.

 


Vorgezogenens Geburtstagsgeschenk – Am Vortag seines 49. Geburtstags (Tobias Brockschnieder: „Er hat die Lebensfreude eines 47jährigen“) erhielt Dirk Flock von der Mannschaft drei Punkte. Er musste keine Kerzen auspusten.

 

Nach Ende der PK und nach einem dicken Drücker für Susanne ging es dann für den Coach nicht nur in den Bus in Richtung Wiedenbrück sondern auch auf die Zielgerade der Regionalligasaison, die unserer Mannschaft am kommenden Samstag noch ein Heimspiel gegen die U23 des 1. FC Köln beschert, ehe es am letzten Spieltag noch zu den Sportfreunden Lotte geht!