05.12.2020 - 0:1 gegen Alemannia Aachen

Dezember Blues

Es scheint bald so, als hätte sich der Wiedenbrücker Fußballgott bereits frühzeitig in die Winterpause verabschiedet: Nur drei Tage nach dem 0:4 gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach unterliegt der SC Wiedenbrück Alemannia Aachen mit einem ähnlichen Spielverlauf mit 0:1. Obwohl unsere Elf dominant auftrat und in allen wesentlichen Belangen der Alemannia überlegen war, reichte den Gästen letztlich eine echte Torchance, um alle drei Punkte aus dem Jahnstadion zu entführen.

 

Pünktlich zum Anpfiff hatte Daniel Brinkmann den Rotationskompressor angeworfen: Robin Twyrdy, Hendrik Lohmar und David Hüsing nahmen zunächst auf der Bank platz und Niklas Szeleschus, Saban Kaptan (zuletzt gesperrt) und Oliver Zech (Grippe) kehrten in die Startelf zurück.

 


Zurück in der ersten Elf – Niklas Szeleschus stürmte über links und hätte um ein Haar die Wiedenbrücker Führung erzielt.

 

Trotz der personellen Änderungen, fand der SCW speziell gegen den Ball schnell in die Mechanismen und bearbeitete die Alemannia in deren Hälfte mit mutigem Pressing und zahlreichen Zweikämpfen.

 

Die Folge: Während die Gäste alle Fußballschuhe damit zu tun hatte sich gegen den Wiedenbrücker Druck zu wehren und Schaden abzuwenden, bestürmte unsere Mannschaft munter das Aachener Tor und hätte nach 20 Minuten durchaus einen Elfmeter bekommen können, als Takashi Uchino ebenso ungelenk, wie eindeutig Niklas Szeleschus im Strafraum im Vorfeld einer Flanke zu Boden brachte, der Pfiff aber ausblieb (20.).

 


Mehr Kontakt geht nicht – Spätestens wenn nach einem Zweikampf sich einer den Kopf und der andere das Schienenbein hält, sollte der Schiedsrichter mißtrauisch werden.

 

Da zehn Minuten später ein Kopfball von Niklas Szeleschus geblockt wurde und Phil Beckhoff eine Flanke von Xhuljo Tabaku nur um einen Wimpernschlag verpasste (36.), blieb es zur Pause letztlich bei einem schmeichelhaften 0:0.

 

Wirklich glücklich mit der ersten Hälfte dürfte daher eigentlich nur unser Platzwart Alexander gewesen sein, die Alemannia so gut wie gar nicht in der Wiedenbrücker Hälfte und damit zumindest die Rasen in dieser Spielhälfte über 45 Minuten geschont wurde.

 


Auf die Bretter – Als bester Wiedenbrücker Torschütze bekam Phil Beckhoff ganz besondere Aufmerksamkeit der Alemannia Abwehr.

 

Die zweite Halbzeit bot 13 Minuten nach Wiederanpfiff die beste Wiedenbrücker Chance zur Führung, als Xhuljo Tabaku technisch brillant einen weiten Ball von Oliver Zech aus der Luft saugte, zwei Gegenspieler aussteigen ließ, aber letztlich mit einem satten Flachschuss seinen Meister in Joshua Mroß im Alemannen – Tor fand.

 

Tja. Und im Gegenzug fiel dann das 1:0 für die Alemannia, für das Fußballreporter vor langer Zeit einmal Formulierungen wie „aus dem Nichts“ oder „zur Überraschung aller“ erfunden haben. Denn im Anschluss an eine an sich ungefährliche Flanke rutschten 20 Meter vor dem Tor gleich zwei Wiedenbrücker aus, Vincent Boesen stand plötzlich frei vor Marcel Hölscher und drückte die Kugel präzise zum 0:1 ins lange Eck.

 


Stich ins Herz – Leon Tia und Oliver Zech liegen am Boden. Vincent Boesen nutzt die Gelegenheit und legt die Kugel zum 0:1 im langen Eck ab.

 

Unsere Mannschaft hatte an dem Rückstand einige Minuten kräftig zu knabbern, ehe Daniel Brinkmann sie mit den Einwechslungen von Hendrik Lohmar und Viktor Maier wieder auf Kurs brachte und die Schlussoffensive einläutete.

 

Aber weder Niklas Seleschus, der die Kugel nach fantastischer Vorarbeit von Xhuljo Tabaku und Viktor Maier zu zentral auf das Aachener Tor abfeuerte, noch Viktor Maier selbst, dessen Schuss noch vor der Torlinie geblockt wurde gelang der Ausgleichstreffer.

 


Gutes Comeback – Nach auskuriertem Muskelfaserriss im Oberschenkel fügte sich Viktor Maier toll ein und bereitete für Niklas Szeleschus eine der besten Wiedenbrücker Torchancen vor.

 

Damit schlichen unsere Jungs binnen dreier Tage trotz guten Leistungen denkbar geknickt in die Kabine.

 

Immerhin hat Daniel Brinkmann nun zum ersten Mal seit vier Wochen mal wieder eine reguläre Trainingswoche, um seine Mannschaft auf das schwere Auswärtsspiel bei der U23 des 1. FC Kölns vorzubereiten, dass am kommenden Samstag um 14 Uhr im Franz – Kremer – Stadion am Geißbockheim angepfiffen wird.