21.10.2020 - 1:2 bei Preußen Münster

Ein ganz enges Dingen

Der SC Wiedenbrück unterliegt am Abend bei Preußen Münster mit 1:2 (1:2). Nach starker Anfangsphase gingen die Gastgeber durch einen Doppelschlag binnen fünf Minuten mit 2:0 in Führung. Viktor Maier verkürzte kurz vor der Pause auf 1:2. Im zweiten Durchgang schnupperte unsere Mannschaft lange am Ausgleich, ehe eine rote Karte für Viktor Maier und die damit verbundene Unterzahl dem Angriffsspiel des SCW die entscheidende Wucht nahm.

 

Vor der bemerkenswerten Kulisse von knapp 2.000 Zuschauern hatte Daniel Brinkmann in der Innenverteidigung Durim Berisha (ersetzte den gesperrten Oliver Zech) das Vertrauen geschenkt und auf den Außenbahnen David Hüsing (rechts) und Daniel Latkowski (links) in die Startelf beordert.

 


Starke Leistung – Durm Berisha verteidigte neben Robin Twyrdy bärenstark und hätte um ein Haar in Unterzahl mit einem Kopfball den Ausgleich erzielt.

 

Ansonsten startete unsere Elf unverändert in ein so gänzliches anderes Spiel als noch gegen Fortuna Köln.

 

Denn während seinerzeit die Partie vom Start weg explodierte und im Minutentakt brachiale Zweikämpfe und Torraumszenen lieferte, waren speziell die Preußen auf einen kontrollierten, ruhigen und extrem breiten Spielaufbau bemüht. Der Plan von Münsters Coach Sascha Hildmann, so das giftige Wiedenbrücker Pressing zu umspielen, ging zwar in weiten Teilen auf, dennoch erspielte sich unsere Elf in den ersten 20 Minuten leichte Vorteile, die David Hüsing beinahe zur 1:0 Führung genutzt hätte, als er aus spitzem Winkel an Max Schulze Niehaus scheiterte (12.).

 

Einen akkuraten Stimmungsdämpfer handelten sich unsere Jungs dann zwischen der 22. und 27. Minute ein, als zunächst der starke Julian Schauerte ein dickes Abstimmungsproblem in der SCW – Abwehr zum 1:0 nutzte und anschließend Joshua Holtby die Kugel aus gut 22 Metern in den Knick jagte, nachdem unsere Mannschaft im Zentrum nicht genügend Druck auf den Ball herstellen konnte.

 

Anschließend schaltete Münster wieder in den Kontrollmodus und zog seine Mannschaftsteile im Spiel gegen den Ball auffallend eng zusammen, so dass sich alle zehn Feldspieler zumeist in einem 15 Meter breiten Korridor aufhielten, um so die schnellen Kombinationen unserer Elf zu verhindern.

 


Gleich klingelt’s – Phil Beckhoff feuert die Kugel in vor die Butze, in der nächsten Sekunde knipst Viktor Maier das 1:2.

 

Das klappte, bis zur 42. Minute, eigentlich ziemlich gut. Da allerdings dribbelte sich Phil Beckhoff am linken Flügel durch und servierte die Kugel knallhart ins Zentrum, wo Viktor Maier keine Mühe hatte auf 1:2 zu stellen.

 

War der erste Durchgang geprägt von der taktischen Finesse der Münsteraner und der cleveren Art unserer Elf damit umzugehen, ergab sich im zweiten Durchgang eine ausgeglichene Partie, in der unsere Elf vor den auffallend leisen Preußen – Fans ein leichtes spielerisches Übergewicht verbuchte und bei Torchancen des eingewechselten Leon Tia (Schulze Niehaus boxt den Ball aus dem Winkel) und Saban Kaptan (wird elf Meter vor dem Tor in höchster Bedrängnis geblockt) gute Gelegenheiten auf den Ausgleich besaß.

 


Schöner Hieb – Der eingewechselte Leon Tia sorgte auf dem rechten Flügel nochmal für frischen Schub und hätte mit einer 20 – Meter – Vollspannklatsche beinahe das 2:2 erzielt.

 

Als nach 70 Minuten Viktor Maier nach einer mutmaßlichen Tätlichkeit die rote Kartonage sah, bekam unsere Mannschaft eine zusätzliche Hypothek aufgebrummt, die sich letztlich als zu schwer erwies, um doch noch den Ausgleich zu erzielen.

 


Auseinander – Ringrichter Leonidas Exuzidis schickt Julian Schauerte in die neutrale Ecke und Viktor Maier kurze Zeit später unter die Dusche.

 

Letztlich blieb ein guter Auftritt des SC Wiedenbrück im Preußen – Stadion, der den personell überlegenen Ex-Drittligisten lange Zeit vor dicke Probleme stellte und somit mindestens einen Zähler verdient gehabt hätte.

 

Dies rang der anwesenden Münsteraner Presse nach dem Spiel dann auch die Erkenntnis: „In dieser Liga gibt es keine leichten Gegner“, ab, der Sascha Hildmann trocken: „Hab ich ja gleich gesagt“ entgegnete.

 


Debüt – Neuzgang Ufu Osawe lief in der 2. Halbzeit erstmalig für den SCW auf.

 

Und spätestens nach gestern Abend sollte auch klar: Sollte es dennoch leichte Gegner in der Regionalliga geben: Der SC Wiedenbrück zählt nicht dazu.

 


Dezente Stimmung – Die 2.000 Zuschauer im Preußen Stadion sorgten (wahrscheinlich aufgrund des Mund-Nasen-Schalldämpfers) nur selten für echte Fußballatmospähre. Erst als Robin Twydry in der Schlusspahse mit einem Monsterblock auf der Linie das 1:3 verhinderte, drehte die die Atmosphäre dezent über Zimmerlautstärke. Trotzdem: Vielen Dank an Preußen Münster für den tollen Rahmen und die Organisation!

 

Nachdem das für Samstag angesetzte Regionalligaspiel gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach aufgrund einer Covid-19 Erkrankung bei der Borussia abgestzt wurde, läuft unsere Elf jetzt erst wieder am Mittwoch, 28.10.20 im Westfalenpokal beim Erler SV (Anstoß 19:45 Uhr) auf, ehe am darauffolgenden Samstag (31.10.20) das nächste Meisterschaftsspiel bei RW Oberhausen ansteht!