20.03.2021 - Starke Leistung gegen Preußen Münster

Ein Tor, ein Küsschen, ein Punkt

Es ist ein Drama. Ein unendliches Drama, dass ausgerechnet in dieser Saison keine Zuschauer die Spiele des SC Wiedenbrück sehen dürfen. Denn die Leistungen, die unsere Jungs in diesem Jahr in der Regionalliga West abgeben, hätten das Potenzial in unserer beschaulichen Doppelstadt einen veritablen Fußballhype auszulösen. Denn nur eine Woche nach dem sensationellen 2:0 Sieg über Fortuna Köln, drehen unsere Jungs einen 0:1 Rückstand gegen Preußen Münster mit einer wild entschlossenen zweiten Halbzeit in ein 1:1 und hätten aufgrund weiterer dickster Torgelegenheiten sogar einen Sieg gegen den ehemaligen Zweitligisten verdient gehabt.

 

Im Vergleich zur Vorwoche kehrte der zuletzt gesperrte Oliver Zech neben Bjarne Pudel zurück in die Innenverteidigung und Saban Kaptan übernahm neben Lukas Demming die zweite Achterposition.

 

Im Gegensatz zu den vorhergehenden Duellen gegen Top-Teams schickte Daniel Brinkmann seine Mannschaft heute Nachmittag in einem aggressiven 4:3:3 auf das Spielfeld, aus dem seine Mannschaft die Gäste zunächst bis in den eigenen Strafraum straff anpresste.

 

Nur wenigen Sekunden nach dem Startgong gab es auch gleich die erste Mega-Szene für den SC Wiedenbrück, als Niklas Szeleschus einen weiten Diagonalball volley nur um Millimeter am Preußen-Tor vorbei setzte (2.).

 


Da hätte es schon fast geklingelt – Während Niklas Szeleschus es nicht fassen kann, wie knapp sein Schuss das Tor verfehlte, muss Max Schulze Niehues gleich beide Augen zudrücken.

 

Fortan entwickelte sich eine bisweilen hektische Partie, in der unsere Mannschaft die Gäste im Spielaufbau durchgehend unter Stress setzte und so in den ersten 15 Minuten mit dem Tabellendritten auf Augenhöhe agierte, ehe sich die Preußen nach und nach etwas freispielen konnten.

 

Über die starken Dennis Daube und Marcel Hoffmeier gelang es den Adlerträgern nun immer wieder in das letzte Drittel zu gelangen und nach 16 Minuten die erste Großchance zu erspielen, als Marcel Hölscher mit einem Blitzreflex einen Schuß von Joel Grodowski abwehrte.

 

Obwohl unsere Jungs bis zur Pause in der Offensive nicht mehr nennenswert in Erscheinung traten, hätte es um ein Haar dennoch gereicht, das 0:0 in die Kabine zu retten. Aber eben auch nur um ein Haar, denn sieben Minuten vor dem Pausenpfiff rutschte zunächst Oliver Zech in einem Zweikampf mit Joel Grodowski unglücklich weg und Hendrik Lohmar knickte den Preußen – Stürmer kurz danach im Strafraum robust in den Rasen, so dass Schiedsrichter Selim Erk wenig Gestaltungsfreiraum blieb und er auf Strafstoß für die Gäste entschied.

 

Gerrit Wegkamp schickte Marcel Hölscher in die falsche Ecke und durfte sich anschließend mit seinen Kumpels über die 1:0 Halbzeitführung freuen (38.)!

 


Unter welcher Achsel ist das Kanninchen? Heute Nachmittag griff Marcel Hölscher Elfmetertrick, mit dem er schon zahlreiche Schützen verhexte, leider nicht.

 

Spätestens mit Wiederanpfiff dürfte die Freude über den Spielstand bei allen Münsteranern aber schlagartig nachgelassen haben, denn nun bestürmte der SC Wiedenbrück unablässig das Tor von Max Schulze Niehues und kam nach 60 Minuten zu einer ersten Torchance, als der immer stärker werdende Phil Beckhoff einen Freistoß knapp über den Querbalken setzte.

 

Diese Aktion war der Startschuss für eine packende Schlussphase, in der Schwarzblau sukzessive den Druck erhöhte und sich die Preußen – Abwehr immer mehr Unschärfen leistete.

 


Nicht mehr aufzuhalten – Lukas Demming und seine Mannschaftskollegen drückten mutig und mit Tempo auf den Ausgleich und wurden schließlich durch das Freistoßtor von Oliver Zech belohnt.

 

Als Max Schulze Niehues noch knapp vor dem freigespielten Xhuljo Tabaku klären konnte, Oliver Zech nach einer Soku-Ecke einen Preußen-Abwehrspieler mit 208 km/h auf der Torlinie anschoss und Grodowski nach Langlitz-Vorlage über das Tor von Marcel Hölscher zielte (70.), hatte das Spiel so langsam Maximaltemperatur erreicht.

 

Im direkten Gegenzug lief plötzlich Phil Beckhoff völlig frei auf das Gästetor zu, legte sich die Kugel mit dem letzten Kontakt aber einen Tick zu weit vor, um Schulze Niehus noch umspielen zu können.

 


Starke zweite Hälfte – Obwohl sich die Preußen augenscheinlich auf Phil Beckhoff eingeschossen hatten und keine Gelegenheit ausließen ihn beim Schiedsrichter anzuschwärzen, zählte er zu den besten und auffälligsten Kicker des zweiten Durchgangs.

 

Mit der nächsten Aktion dribbelte sich der kleine Außenspieler von der rechten Außenbahn ein Mal quer durch die gesamte Münsteraner Viererkette und konnte erst am linken Strafraumeck per Foul gestoppt werden.

 


Das Visier eingestellt – Und den rechten Oberschenkelkatapultbeuger durch einen kleinen Ausfallschritt nach hinten auf Spannung gebracht…

 


… die Kugel ins Netz gewummst mit Fabian Brosowski den Ausgleich bejubeln und gleich noch von Saban Kaptan ein Küsschen abholen.

 

Dort legte sich dann Oliver Zech das Derbystar Kunstleder liebevoll zurecht und jagte die Kugel anschließend per Vollspannpeitsche (und mittelschwer abgefälscht) zum mittlerweile hochverdienten 1:1 Ausgleich ins Netz (74.).

 

 

Damit aber noch lange nicht genug: Mit der folgenden Ecke scheiterte zunächst Bjarne Pudel aus Nahdistanz an Max Schulze Niehues und Lukas Klantzos Nachschuss fiel nur auf das Dach des Gästetores, anstatt hinein (82.).

 


Tumultartige Szenen – Zwischendurch war im Fünfmeterraum der Preußen mehr los, als am Tresen der Alten Tenne, wenn nach dem Lockdown erstmalig wieder Pils gezapft werden darf!

 

Damit ging ein Klassespiel unserer Elf zu Ende, an dessen Ende auch locker, flockig mal drei Punkte hätten stehen können.

 

„Wir sind heute ziemlich gut reingekommen und hatten durch Niklas Szeleschus sehr schnell eine top Torchance. Wir haben uns dann in der ersten Halbzeit in Nuancen nicht an den Matchplan gehalten und direkt Schwierigkeiten bekommen. Darum geht die erste Hälfte auch leicht an die Preußen, die zweite Halbzeit dafür aber umso klarer an uns. Denn wir hatten zahlreiche Möglichkeiten, um die Begegnung sogar noch für uns zu entscheiden. Dickes Kompliment an meine Mannschaft, die eine starke Leistung gezeigt hat, aber auch mit erleben durfte, dass wir sofort in Schwierigkeiten geraten, sobald wir uns nicht an den Plan halten“, war Daniel Brinkmann mit dem gewonnen Punkt zwar zufrieden, hätte aber dann doch deutlich lieber den kompletten Dreier mitgenommen.

 

Weiter geht es für den SC Wiedenbrück nun am kommenden Samstag mit einem Auswärtsspiel gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach. Anstoß im Grenzlandstadion zu Rheydt ist erneut um 14 Uhr!