30.04.2021 - 1:3 trotz starker Leistung

Kein Abend für Sensationen

Der SC Wiedenbrück unterliegt im Westfalenpokalviertelfinale dem SC Verl mit 1:3 (0:2) und muss damit in der kommenden Saison einen neuen Anlauf in Richtung DFB-Pokal nehmen. In einer phasenweise hitzigen Partie gingen die Gäste mit einer 2:0 Führung in die Halbzeit, ehe unsere Elf im zweiten Durchgang dank einer bärenstarken Leistung zunächst das 1:2 durch Ufu Osawe erzielte und anschließend gleich drei Mal die Chance auf den Ausgleich hatte. Letztlich entschied der eingewechselte Berkan Taz mit seinem Treffer zum 3:1 die Partie in der Nachspielzeit endgültig zu Gunsten der Gäste.

 

Gegen in Bestbesetzung angetretene Verler kamen unsere Jungs mutig aus der Kabine, liefen den Spielaufbau bis in die letzte Reihe an und gönnten dem Drittligisten so lange keine Ruhe für einen ausgedehnten Ballstaffetten. Clever schob zudem die Viererkette immer wieder weit nach vorne, um so das Spielfeld für die Gäste möglichst klein zu halten und die Räume zu verknappen.

 


Anführer – Lukas Demming war ein wichtiger Faktor im Wiedenbrücker Pressing und gewann zahlreiche Zweikämpfe.

 

Da die Gäste in den zahlreichen engen Szenen aber immer wieder Ihre individuelle Qualität aufblitzen ließen, gelang es ihnen sich nach und nach dem Druck zu entziehen und suchten über, den im ersten Durchgang herausstechenden, Sven Köhler immer wieder den Weg nach vorne. Da war es nicht weiter überraschend, dass der Sechser die erste echte Unaufmerksamkeit nutzte und die Kugel im Stile des jungen Lothar Matthäus nach einem 20 Meter Solo leicht abgefälscht zum 0:1 ins Netz jagte (23.).

 

An dem Rückstand hatte unsere Elf sichtlich ein paar Minuten zu knabbern und handelte sich in dieser Phase einen extrem bitteren Handelfmeter ein, als Bjarne Pudel aus einem Meter eine brettharte Flanke an den Arm bekam und Schiedsrichter Timo Gansloweit auf den Punkt zeigte. Zlatko Janjic schnappte sich die Kugel, verlud Marcel Hölscher und schob sicher zum 0:2 Halbzeitstand ein.

 


Generationenduell – 15 Jahre Altersunterschied trafen im Duell Zlatko Janjic gegen Bjarne Pudel aufeinander. Unser Youngster zog sich stabil aus der Affäre und ließ aus dem Spielverlauf keinen Treffer von Verls Goalgetter zu.

 

War zu befürchten, dass spätestens mit dem zweiten Treffer der Fisch im Jahnstadion poliert war, so kamen unsere Jungs nochmal beeindruckend zurück in die Partie. Mit irrsinigem Willen und größtem Einsatz zwangen sie den Drittligisten nun auf dem ganzen Feld in die Zweikämpfe und brachten so zunächst die Kombinationen der Gäste zum Erliegen. Gleichzeitig wurden die eigenen Angriffe immer zielgerichteter und brachten nach 62 Minuten auch den ersten zählbaren Erfolg, als Ufu Osawe nach feiner Vorarbeit von Hendrik Lohmar die Kugel an Robin Brüseke vorbei zum 1:2 ins Netz mogelte.

 


Sitzt – Ufu Osawe schnippelt die Kugel an Robin Brüseke vorbei ins lange Eck und sorgte damit für eine spannende zweite Halbzeit.

 

Jetzt gewannen die Wiedenbrücker Angriffe weiter an Wucht: Olli Zech nagelt die Kugel ans Außennetz (65.), Viktor Maier wird kurz vor der Torlinie geblock (75.) und Ufu Osawe scheitert nach einem tollen Solo an Brüseke (78.). Ein Klassenunterschied war schon lange nicht mehr zu erkennen und der Schmeichelhaftigkeitsfaktor für den Spielstand schoss aus Verler Sicht exponentiell in die Höhe.

 


Die Fahne raus. Es ist Safety-Car-Phase – An der Seitenlinie sorgte der junge Ralf Schumacher für Ordnung im Fahrerlager.

 

Umso bitterer, dass der eingewechselte Berkan Taz einen Konter artistisch zum 3:1 Endstand abschloss (92.) und damit einem Spiel die Entscheidung verpasste, dass sich eigentlich wenige Minuten später im Elfmeterschießen hätte wiederfinden müssen.

 

„Wir sind eigentlich ganz gut ins Spiel gekommen und haben Verl mit unserem aggressivem Pressing auch ein Stückweit überrascht. Anschließend haben sie ihre individuelle Klasse gut ausgespielt und gehen dann auch zurecht in Führung. Im zweiten Durchgang habe ich keinen Klassenunterschied mehr gesehen, weil wir es extrem gut gemacht haben. Unter dem Strich hatte Verl vielleicht kleine Vorteile, aber ich bin alles andere als unzufrieden. Jetzt haben wir ein paar Tage frei und dann werden wir versuchen in Homberg zu gewinnen“, war unserem Coach zwar die Enttäuschung anzumerken, aber eben auch ein wenig Stolz auf die gezeigte Leistung.

 

Weiter geht es nun am kommenden Samstag mit einem Auswärtsspiel beim VfB Homberg. Anstoß ist um 14 Uhr!

 


Kernige Zweikämpfe – Auch für Fabian Brosowski ging es gegen seine ehemaligen Mannschaftskollegen ordentlich auf die Bretter.