26.09.2020 - Drei Treffer in Unterzahl

Niemand stoppt die Büffelherde

Was zur Hölle war denn da los? Der SC Wiedenbrück schnappt sich mit einem brachialen 4:2 (1:1) Sieg bei RW Ahlen die Regionalligapunkte fünf bis sieben und überzeugt mit einer unfassbaren Mannschaftsleistung, die nicht nur eine gelb-rote Karte von Saban Kaptan kompensierte, sondern in Unterzahl sogar drei Treffer erzielte und damit das Spiel für sich entschied.

 

Zum Anstoß im altehrwürdigen Wersestadion, in dem der Charme des Profifußballs aus den 90ern aus allen Fugen pfeift, kehrte Robin Twyrdy neben Oliver Zech in die Innenverteidigung zurück und Lucas Klantzos spielte in der Spitze an. Durim Berisha und Viktor Maier nahmen damit zunächst genauso auf der Bank platz wie Hendrik Lohmar, für den die Partie nach einer Reizung des Schienenbeinköpfchens noch zu früh kam.

 

Nicht zu früh für den SC Wiedenbrück pfiff Schiedsrichter Tietze die Partie dann pünktlich um 14 Uhr an. Denn unsere Elf schickte nach nur 120 Sekunden erstmalig seine offensive Büffelherde in vollem Tempo auf die Reise und erzielte durch Niklas Szeleschus, der eine bärenstarke Klantzos – Vorlage zum 1:0 über die Linie drückte, bereits die 1:0 Führung.

 


Versenkt – Mit seinem zweiten Pflichtspietreffer brachte Niklas Szeleschus den SC Wiedenbrück in Führung.

 

Was folgte war eine halbe Stunde Bilderbuchauswärtsfußball, in der die Mannschaft von Daniel Brinkmann gut und gerne 4:0 hätte führen können, wenn nicht sogar müssen. So verhinderte Ahlens Fänger Bernd „Schippi“ Schippmann unter anderem gegen Saban Kaptan, Phil Beckhoff und Lucas Klantzos einen höheren Rückstand und hielt seine Mannschaft so bis zur 36. Minute im Spiel, als Arda Nebi mit der ersten nennenswerten Angriffsaktion der Hausherren völlig überraschend den 1:1 Ausgleich erzielte.

 


Tief durchatmen – Nach dem Ausgleichstreffer stand das Stimmungsbarometer von Marcel Hölscher & Co kurzzeitig  auf „Geht so“.

 

Die etwas über 400 Zuschauer peitschten ihre Elf nun lautstark und mit Wucht nach vorne und senkten ihren Puls erst wieder, als Phil Beckhoff vier Minuten vor dem Halbzeitpfiff einen Freistoß aus gut 20 Metern an den Pfosten setzte.

 

Kaum hatten beide Mannschaften die Seiten gewechselt, explodierte das Wersestadion erneut. Als nach einem Zweikampf der bereits gelbverwarnte Saban Kaptan zu Boden ging und in der Abrollbewegung gegen seinen Gegenspieler nachhakelte, zog Schiedsrichter Tietze nicht zu Unrecht die Gelb-Rote Tapete und brummte unserer Elf damit eine gut 40minütige Unterzahlsituation auf.

 


Gelb – In der ersten Halbzeit errudelte sich Saban Kaptan mit einem Erich-Kühnhackl-Gedächtnis-Bodycheck zunächst eine gelbe Karte…

 


… ehe er kurz nach der Halbzeit von Schiedsrichter Tietze (mit filigraner Kartenhaltung) vorab in den gekachelten Bereich geschickt wurde.

 

Jetzt, vermeintlich mit dem Rücken zur Wand stehend, nahm dann aber wieder die offensive Büffelherde Tempo auf. Zunächst schickte Bjarne Pudel Phil Beckhoff mit einem doppelten Schnittstellenball auf die Reise, den unser Zehner mit einem puderzuckerweichen Lupfer über Bernd Schippmann hinweg zum 2:1 ins Netz puderte.

 


Der Beckhoff – Büffel – Lt. Tieratlas neigt er bei frühherbstlichen Temperaturen und in Unterzahl vermehrt zum Toreschießen. In diese Phase wäre er nicht mal mit einem Betäubungsgewehr Kaliber 46 aufzuhalten gewesen.

 

Nur sechs Minuten später: Gleiche Situation nur auf der anderen Seite: Wieder Beckhoff, dieses mal flach unten rechts, wieder im Netz: Zack 3:1. Und das in Unterzahl. Verrückt.

 

Ahlen drückte jetzt mit allem was vorhanden war auf den Anschluss. Unsere Mannschaft stand tief, warf sich in jeden Schuss, biss mindestens ein Mal in jede rot-weiße Wade und vernagelte so erfolgreich das eigene Tor.

 

Obwohl unsere Mannschaft über den eingewechselten Viktor Maier immer wieder empfindliche Nadelstiche setzte, dauerte es bis zur 90 Minute ehe der acht Tausendstel Sekunden zuvor eingewechselte Christian Will in Zusammenarbeit mit Ahlens Phillip Aboagye das 4:1 und damit die Entscheidung erzielte.

 


Ungeklärt – blieb, ob die Wiedenbrücker Bank sich nach dem Treffer zum 4:1 mit Christian Will freute, oder ob soeben durchgesickert war, dass Hendrik Lohmar den Prozess um seinen neuen Haarschnitt gegen den In-Friseur „Hans macht Haar“ in Verl – Bornholte gewonnen hatte.

 

Dass der Ex-Wiedenbrücker Max Wilschrey Sekunden vor dem Abpfiff noch das 2:4 erzielte, nahm dem Tag und der Leistung unserer Mannschaft in keinster Weise seinen Zauber.

 

„Ich denke man hat gesehen, dass wir über 90 Minuten die bessere Spielanlage hatten und verdient gewonnen haben. In den kritischen Momenten hat man den Charakter der Mannschaft gesehen, da haben wir alles rausgehauen und all das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass wir ein Spiel auch mal vorzeitig entscheiden, dass würde auch meiner Stimme guttun“, freute sich Daniel Brinkmann nach Spielende über die bärenstarke Leistung seiner Mannschaft, die in Ahlen ein begeisterndes Spiel abgab.

 


Daumen drücken – Daniel Latkowski musste mit Schmerzen in der Leiste kurz vor Ende ausgewechselt werden. Bleibt zu hoffen, dass es „Latte“ nicht allzu schlimm erwischt hat.

 

Umso schöner, dass unsere Büffelherde bereits am kommenden Freitag wieder von der Leine gelassen wird. Ab 19:30 Uhr gastiert dann der SV Lippstadt im Jahnstadion.

 

Darum kommen Sie ins Jahnstadion, nutzen Sie den Vorverkauf (Informationen untenstehend), die Jungs gehen ab wie Schmitz‘ Katze!

 

 

Vorverkauf für das Spiel am 02.10.2020 eben den SV Lippstadt 08

 

Der Vorverkauf findet statt am 30.09 und am 01.10.2020 jeweils von 16:00 – 20:00 Uhr, an der Kasse am Jahnstation Wiedenbrück. Da nur ein begrenztes Kontingent an Karten zur Verfügung steht, kann es sein, dass schon am ersten Verkaufstag alle Karten verkauft sind. Hier bitte die aktuelle Presse verfolgen.

 

Wichtig: Aufgrund der Hygienevorschriften und der aktuellen Corona-Schutzverordnung ist eine maximale Anzahl von 300 Personen im Stadion zugelassen. Grundsätzlich nicht zugelassen sind Fans der jeweiligen Gastmannschaft!

 

Das bedeutet, dass wir sowohl beim Kartenvorverkauf, als auch bei den Einlasskontrollen am Spieltag, Ausweiskontrollen durchführen werden. Es werden grundsätzlich nur Karten (maximal vier Stück je Käufer) an Personen aus dem Kreis Gütersloh abgegeben! Personen aus dem Kreis Soest erhalten in keinem Fall eine Karte im Vorverkauf. Am Spieltag behalten wir uns vor, Besucher die nicht aus dem Kreis Gütersloh kommen, den Zugang zum Stadion zu verweigern. Zu dem Zeitpunkt gekaufte Karten werde NICHT erstattet.

 

Am Spieltag müssen wir leider bei einer erreichten Anzahl von 300 Personen den Einlass stoppen. Da wir im Vorfeld nie kalkulieren können, wie viele Inhaber von Bestandskarten das jeweilige Spiel besuchen wollen, können wir auch im Vorfeld nur schwer festlegen wie viele Karten in den Vorverkauf gehen können. Es bleibt immer eine Schätzung! Besitzer von bereits gekauften Karten, die wir nach Erreichen der 300er-Grenze nicht mehr ins Stadion lassen können, können Ihre Karte gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgeben.