Stille Enttäuschung

1:3 gegen Bochum II
Artikel vom 9. März 2026
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Gut eine Stunde lang deutete im Bochumer Ruhrstadion wirklich so gut wie gar nichts darauf hin, dass unsere Mannschaft nach Spielende vor der Wiedenbrücker Fankurve stehen sollte und sich dort minutenlang mit den eigenen Anhängern nur anschwieg. Zu groß war die Enttäuschung nach einer empfindlichen 1:3 Niederlage, die anhand der Spielanteile und des Chancenverhältnises niemals hätte passieren dürfen.
Zum Start in den Nachmittag passte wirklich alles: Ein fantastisches Stadion, Sonnenschein, blauer Himmel, ein Rasen zum Verlieben und eine Wiedenbrücker Fußballmannschaft, die vom Anpfiff weg das Heft in die Hand nahm, zügig kombinierte, den Gegner dosiert, aber effektiv presste und so Spiel, Ball und Gegner komplett unter Kontrolle behielt.
Erste Chancen erspielten sich Mölders Männer folgerichtig: Ein Schuss von Konstantin Gerhardt rauscht leicht abgefälscht nur haarscharf am Tor vorbei (8.), kurz darauf blockt Rölleke einen Gerhardt Schuss aus Nahdistanz (15.) und als Bochums Fänger einen Schuss von Benjamin Friesen spektakulär aus dem sonnendurchfluteten Winkel boxt (15.) war die Wiedenbrücker Führung eigentlich längst überfällig.
Vielleicht rettete den VfL in dieser Phase eine überraschende Trinkpause, die Schiedsrichter Scheer den Kickern bei moderaten 20 Grad Celsius gewährte, vor einem Rückstand, denn Heiko Butscher nutzte die Unterbrechung um seine Jungs nochmal neu durchzusortieren und fortan defensiv stabiler aufzustellen.
Nachdem eine Volleyabnahme von Maik Amedick kurz vor der Linie geblockt wurde (22.) hatte im Anschluss dann auch der VfL seine bis dahin einzige Torchance, als Ciwan Günes aus zwölf Metern rechts neben das Wiedenbrücker Tor zielte.
In der Folge blieb unsere Elf spielbestimmend und wenn man ihr an diesem Nachmittag einen Vorwurf machen will, dann den, dass sie es in dieser Phase verpasste die Führung zu erzielen oder sogar einen größeren Vorsprung herauszuschießen.
Ganz bitter: Sekunden vor der Pause wurde dieses Versäumnis noch schmerzhaft bestraft, als Semin Kojic ein Missverständnis zwischen Joel Udelhoven und Marcel Hölscher im dritten Nachstochern zum 1:0 über die Torlinie drückte und damit das Spiel auf den Kopf stellte.
Der SC Wiedenbrück kehrte mit Wucht und Wut auf den Rasen zurück und hatte zehn Minuten später die Maximalchance zum Ausgleich, als Haris Chatzopoulos eine gefühlvolle Riedl – Flanke aus fünf Meter direkt in die Arme von Hugo Rölleke köpfte.
Im Gegenzug wurde unsere Elf erneut kalt erwischt als der VfL über links einen Konter in Gang setzte und Luis Köster im zweiten Zugriff das 2:0 für den VfL erzielte (58.).
Zehn Minuten später hatte Benjamin Friesen aber die passende Antwort auf den Schlappen und jagte nach einem kurzen Solo die Kugel aus gut 20 Metern ansatzlos zum 1:2 in den Knick. Ein Mega – Tor, das eigentlich das Startsignal zu einer Vollgas – Schlussoffensive hätte sein sollen.
Allerdings erspielte sich Schwarzblau bis zum Abpfiff nur noch eine einzige echte Torchance, als Benjamin Friesen nach Vorlage von Moussa Doumbouya an einem Reflex von Hugo Rölleke scheiterte (77.).
Bis zum Ende mühten sich unsere Jungs sichtbar darum dem Spiel nochmal eine Wendung zu geben. Gelingen wollte das nicht mehr und spätestens als Jonathan Akaegbobi in der Schlussminute das 1:3 erzielte, war die Wiedenbrücker Niederlage besiegelt.
Köpfe hängen lassen ist aber nicht, denn bereits am kommenden Freitag erwarten wir die U23 von Borussia Mönchengladbach im Jahnstadion. Anstoß ist um 19:30 Uhr: Dann hauen wir einfach alles raus, um die nächsten Punkte im Rennen um den Klassenerhalt einzusammeln.
























