Normal gibt's nicht

Schiedsrichter: Davide ZeisbergLinienrichter: Kristijan Rajkovski, Dustin Sperling
Zuschauer: 602
2:2 gegen Köln II
Spielbericht vom 5. März 2026
Der Spielbericht wird präsentiert von:
Der SC Wiedenbrück trennt sich an einem erneut verrückten Fußballabend mit 2:2 (1:1) von der U23 des 1. FC Köln. In einem Spiel das Haken schlug, wie ein Hase ging der FC früh in Führung. Noch vor der Pause glich Moussa Doumbouya per Elfmeter aus. Nach dem Seitenwechsel konterte sich der FC schnell zum 2:1, ehe Sebastian Mai in der Nachspielzeit das maximal verdiente 2:2 erzielte und anschließend sogar noch den Siegtreffer auf dem Schlappen hatte.
Vor über 600 Zuschauern vertraute Sascha Mölder der gleichen Startelf, die am Wochenende den Wuppertaler SV mit 4:0 bezwungen hatte. Im Gegensatz zum ersten Heimsieg der Rückrunde verliefen die Anfangsminuten aber gänzlich anders, denn nach nur fünf Minuten schweißte Marvin Ajani einen Freistoß aus 18 Metern an Mann, Maus und Marcel Hölscher vorbei zum 0:1 ins Netz und gab seiner jungen Mannschaft, die zwei Mal verloren hatte sichtlich Selbstvertrauen und Sicherheit.
Denn während der FC jetzt alle NLZ-Skills sicher ausspielte und ein sehenswertes Positionsspiel aufzog, wurde der SCW in dieser Phase primär durch Ecken gefährlich, als Davud Tuma gleich mehrere messerscharfe Ecken auf den ersten Pfosten sichelte und die jungen Kölner gleich zwei Mal auf der Linie klären mussten (20.).
Gute zehn Minuten später schnappte dann erstmalig die gut geölte Wiedenbrücker Pressingfalle zu, als Moussa Doumbouya mit dem ganz feinen Spürnäschen eine Leichtsinnigkeit von Ilias Elyazidi im eigenen Strafraum witterte, Moussa ihm die Kugel abnahm und dann frei vor dem Tor vom Kölner Abwehrspieler gelegt wurde. Richtige Entscheidung: Elfmeter für den SCW und rot für Elyazidi.
In diesem Fall schnappte sich der Gefoulte selbst die Kugel, verwandelte sicher zum 1:1 Ausgleich (29.) und leitete eine Wiedenbrücker Druckphase ein, in der Benjamin Friesen und Timo Kondziella mit ihren Schüssen nur knapp die Halbzeitführung verpassten.
Bärenstark kehrte unsere Elf dann aus der Halbzeitpause zurück, baute direkt Druck auf und hätte bei einem Schuss von Davud Tuma (zischt knapp am Tor vorbei) und einem weiteren Fernschuss (Mikolaj Marutzki reißt die Fäuste hoch) früh mit 2:1 in Führung gehen können.
Das Tor fiel dann auch, nur leider auf der Gegenseite, als Leenemann's Bernie nach einem Ballgewinn an der Mittellinie nicht mehr zu stoppen war, Marcel Hölscher im 1:1 keine Chance ließ und im Fallen zur 2:1 Führung einschob.
Die Gäste igelten sich nun tief rund um den eigenen Strafraum ein und verteidigten die Wiedenbrücker Angriffe zusehends in der letzten Linie. Unsere Elf rannte im maximalen Tempo an und versuchte immer wieder die weiche Stelle im Kölner Beton zu finden. Die Folge waren eine Vielzahl an Torgelegenheiten bei denen Davud Tuma frei vor dem Tor geblockt wurde (68.), der eingewechselte Saban Kaptan nach starker Doumbouya – Vorlage knapp über das Tor zielte (73.) oder Marlon Lakämper nach einem Solo (leicht abgefälscht) haarscharf neben das Tor zielte (78.).
So temporeich und spannend die Partie für alle Zuschauer im Jahnstadion war, so unangenehm war das ungelenke Zeitspiel der jungen Kölner in dieser Phase, die teils ohne Fremdeinwirkung zu Boden gingen, sich behandeln ließen und dem Spiel so eine Komponente verliehen, die es eigentlich nicht verdient hatte. Als absolute Kuriosität musste sich in der Nachspielzeit sogar Torsteher Mikolaj Marutzki scheinbar die von Krämpfen geplagten Waden aufdehnen und den flachen Abstoß von einem Manndecker ausführen lassen.
Vielleicht war aber auch genau diese eine Szene in der es selbst dem Fußballgott zu bunt wurde, denn kurz danach fiel eine zu kurz abgewehrte Gerhardt – Flanke Sebastian Mai im Strafraum für die Füße und unsere Nummer neun jagte die Kugel zum absolut verdienten und wild umjubelten 2:2 Ausgleich ins Tor (94.).
Verrückt: Im direkt anschließenden und letzten Wiedenbrücker Angriff des Spiels stürmte Marutzki plötzlich aus einem Kasten, verpasste die Kugel aber deutlich, so dass Moussa Doumbouya noch mal zum Abschluss kam, sein Heber aus 16 Metern aber um Haaresbreite am Tor vorbeistrich.
Schlussendlich mussten sich unsere Jungs mit einem 2:2 gegen einen starken Gegner begnügen. Darum packen wir den Punkt gerne ein und da wir nicht ausschließen können, dass der am Ende der Saison nochmal sehr wichtig wird.
Zunächst aber macht sich der SC Wiedenbrück am kommenden Sonntag auf den Weg ins Bochumer Ruhrstadion und trifft dort ab 14 Uhr auf die U23 des dortigen VfL.

























