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Die Hoffnung lebt

Samstag, 4. April 2026 · 14:00 UhrRegionalliga West, 28. Spieltag

1:1 gegen Gütersloh

Spielbericht vom 5. April 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    Der SC Wiedenbrück trennt sich am Nachmittag vom FC Gütersloh mit 1:1 (0:0) unentschieden. Jan Lukas Liehr (wer auch sonst) brachte den FC früh in Führung, Niklas Szeleschus glich kurze Zeit später aus.

     

    Über 1.400 Zuschauer sahen in den ersten 45 Minuten ein grandioses Derby, dass wirklich alle Komponenten eines echten Nachbarschaftsduells nahezu im Minutentakt abfeuerte.

     

    Los ging´s bereits nach weniger als 180 Sekunden als ausgerechnet Jan Lukas Liehr die Gäste mit einem artistischen Flugkopfball mit 1:0 in Führung brachte und damit die Aufgabe für unsere Jungs nicht nennenswert einfacher machte.

     

    Unsere Mannschaft, in der die gesperrten Saban Kapatn (Sturmspitze), Joschka Kroll (rechts hinten) und Maik Amedick (Innenverteidigung) genauso in die Startelf zurückkehrten, wie der lange verletzte Nikola Aracic (Innenverteidigung), benötige kurz zwei, drei Minuten um sich zu sortieren und setzte dann zu einer brachialen Leistung an, in der sie die Gütersloher mit unablässigem Dampfhammerpressing tief in die eigene Hälfte drückte und sie in jeder Sekunde mit hochintensiven Zweikämpfen gar nicht zum eigenen Spiel zurückfinden ließen.

     

    An wirklich nichts ließ sich der unbändige Wiedenbrücker Wille an diesem Nachmittag besser ablesen, als an der Entstehung des 1:1 Ausgleichs: Zunächst setzte Benjamin Friesen gegen gleich drei Gütersloher durch, in der Folge behaupteten sich Davud Tuma und Saban Kaptan ebenfalls bissig auf engstem Raum, ehe die Kugel auf die linke Seite gelang, wo Niklas Szeleschus mit voller Wucht in die Szenerie rauschte und den Ball mit handgestoppten 253 km/h durch den Körper von Jarno Peters zum 1:1 ins Tor prügelte (17.).

     

    Angestachelt von dem Ausgleich und dem frenetischen Support der Wiedenbrücker Fans, blieben Möders’s Männer komplett auf dem Gaspedal und jagten die Gäste im Vollsprint über den gesamten Fußballplatz.

     

    Pech hatte der SCW in gleich zwei Szenen, in denen die Gäste einen Kopfball und einen Schuss mit auffallend weit ausgeklapptem Arm im Strafraum blockten, der fällige Elfmeterpfiff aber jeweils irgendwo in der Trillerpfeife von Schiedsrichter Nils Hasse verloren ging.

     

    Nach einer extrem temporeichen und in weiten Teilen wilden, aber eben auch mitreißenden und hoch emotionalen ersten Hälfte, waren beide Teams zum Start in den zweiten Durchgang sichtbar um Kontrolle und Ordnung bemüht.

     

    Beide Teams zogen sich einen Tick tiefer zurück, unsere Jungs dosierten das Pressing und das Risiko, schlossen die Räume im Mittelfeld und versuchten aus einer stabilen Defensive den einen Stich zu setzen, um den fünften Saisonsieg einzufahren.

     

    Nach einer Handvoll Halbchancen hatte der eingewechselte Moussa Doumbouya in der Nachspielzeit tatsächlich den Lucky Punch auf dem Huf, als er die Kugel mit dem Rücken zum Tor zunächst clever abschirmte, sein Schuss aus der Drehung, dann aber in maximaler Not von einem Gütersloher Abwehrbein geblockt wurde.
    Damit blieb es bei einem am Ende verdienten Unentschieden, wobei der SC Wiedenbrück bei einem Tick mehr Spielglück deutlich näher an die Nichtabstiegsplätze heranrücken hätte können. So blieb es bei sechs Zählern Differenz auf den SV Rödinghausen, die nächste Chance den Rückstand abzuschmelzen bietet sich und bereits am kommenden Mittwoch, wenn das Nachholspiel gegen den 1. FC Bocholt ansteht. Anstoß im Jahnstadion ist dann um 19:30 Uhr.

     

    Zu diesem sportlich lange Zeit fantastischen Derby gehören leider auch ein, zwei Geschichten, die außerhalb des Spielfelds geschrieben wurden.

     

    So untersagte der SC Wiedenbrück eine von den Gütersloher Fans geplante Choreographie, da sie nicht nur nach Ablauf der Antragsfrist (gem. Stadionordnung im Jahnstadion) eingereicht wurde sondern zudem weder der Umfang noch die Art der verwendeten Materialien dem Sicherheitskonzept des Jahnstadions entsprach. (mit der Polizei und dem FC Gütersloh) entsprach.

    Nach diversen Vorkommnissen aus dem vergangenen Jahr in Verbindung mit aktuellen Erkenntnissen und Entwicklungen in der Gütersloher Fanszene, deklarierten alle Beteiligten (SC Wiedenbrück, FC Gütersloh und die Polizei) die Begegnung als absolutes Hochrisikospiel, in Folge dessen unter anderem über 60 Sicherheitskräfte und ein verstärktes Polizeiaufgebot rund um das Jahnstadion zum Einsatz kamen.

    Die Tatsache, dass in der Nacht vor dem Spiel polizeilich dokumentierte Straftaten im Umfeld des Jahnstadions durch Gütersloher Fans begangen wurden und nach Spielende gut 20 Anhänger des FC versuchten den Haupteingang des Jahnstadions zu stürmen und sich im Umfeld zahlreicher friedlicher Zuschauer eine handfeste Auseinandersetzung mit dem eingesetzten Sicherheitsdienst lieferten, unterstrichen die absolute Richtigkeit dieser Entscheidung.

    Darum geht der Dank an die über 1.400 Wiedenbrücker und Gütersloher Fußballfans, die dem Derby einen überragenden Rahmen verliehen, ihre Mannschaft jeweils lautstark, fair und leidenschaftlich anfeuerten.

    Das Video zum Spiel